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USA – San Francisco –

auf der Route 66 – Monterey – San Francisco – Oakland

3. Teil der USA Reise

Ein sehr persönlicher Reisebericht einer Reise durch die USA- Route 66 – Monterey – San Francisco – Oakland –

Das Auto ist vollgetankt, wir verstauen die Koffer und los geht’s in Richtung Norden. Wir haben eine Übernachtung an der Traumstraße Nr. 1 geplant und freuen uns jetzt auf ein bisschen Ruhe an der Pazifikküste.

Was wir nicht ahnten war, dass sich L.A. so lang hinzieht und wir erst nach ca. 2 Stunden das Gefühl hatten, die Stadt hinter uns gelassen zu haben. Nach dem Santa Monica Boulevard, der zur bekannten «Historic Route 66» gehört, ging es vorbei an Santa Barbara, Malibu und den vielen anderen schönen, traumhaften Orten. Wir sahen Surfer, die auf den pazifischen Wellen ritten, auch bei den relativ kalten Temperaturen und sich verdunkelnden Wolken am Himmel. Ziemlich müde gelangten wir an unser Ziel, Monterey, einem Nobelort kurz vor San Francisco.

Monterey war im 19. Jahrhundert Hauptstadt von Californien, das noch recht unbesiedelt war. Dank der guten Wegbeschreibung, die wir uns organisiert hatten, kamen wir schnell in unserem Hotel an. Hier begrüßte uns eine indische Gastgeberin sehr nett und freundlich. Unser Zimmer lag im Parterre, und das Auto stand direkt davor. Bequem luden wir unsere Sachen aus, geplant war nur eine Nacht.

Viel Zeit blieb nicht, da wir gerade zum Sonnenuntergang dort ankamen und eigentlich nur noch nach einem netten Restaurant für das Dinner Ausschau hielten. Wir fanden ein italienisches Lokal und genossen das schmackhafte Pastagericht und ein Glas fruchtigen Wein aus der Gegend.

Weinbau wird in Californien schon seit ca. 1850 betrieben. Die Reben kamen aus Europa und heute sind die Weine weltbekannt und sehr aromatisch.

Am nächsten Morgen frühstückten wir wieder sehr bescheiden in unserem Hotel mit Kaffee und Muffins, die die «Hauptmahlzeit» darstellten. Kein Obst, kein Müsli oder Joghurt. Aber wir hatten uns inzwischen an diese Art Frühstück gewöhnt.

Nach einem schönen Spaziergang am Hafen von Monterey machten wir uns auf die letzte Etappe.

San Francisco, die Stadt, die nach dem großen Erdbeben von 1906 wieder aufgebaut wurde, sollte ein weiterer Höhepunkt der Reise werden.

Angekommen in San Francisco werden wir im Hotel wieder von einer indischen Rezeptionistin in Empfang genommen. Sie checkte unsere Aufenthaltsdauer erstmal falsch ein. Schnell bemerkt reklamierten wir das Datum. Dann war alles o.k.

Unser Zimmer liegt in der 3. Etage, ist freundlich, etwas laut, das Bad ist groß. Was uns am nächsten Morgen beim Frühstück, das von 7-9 Uhr bereitstand, erwartete, wussten wir schon. Abgepackter Kuchen, Muffins und der generell dünne Kaffee mit künstlicher «Milch». Diesmal gab es etwas Obst, aber auch nur auf Anfrage. Anscheinend rechnet man auch hier mit jedem Cent.

Wir fragten nach dem bei uns so beliebten «Hop-on-Hop-Bus». «Yes, it stopps direct in front of the door», sagte die Dame zu uns. Freudig kauften wir zwei Tickets und stellten uns draußen in die Warteschlange. Nach ca. 15 Minuten kam der Bus. Als wir unser Ticket vorzeigten, reklamierte der Fahrer, dass wir mit dem «Familienticket“ noch 70 $ nachzahlen müßten. Wir sind aber gar keine Familie, wir sind zu zweit. Nach einem ewig dauernden Telefonat zwischen dem Busfahrer und seiner Leitzentrale wurde entschieden, dass wir den Bus verlassen mußten.

Genervt trotteten wir zurück zum Hotel. Wir machten auf das Problem aufmerksam. «Sorry» war die Antwort, und wir bekamen ein neues Ticket. Jetzt wieder draußen angekommen warteten wir erneut ca. 20 Minuten bis der nächste Bus kam.

Die Fahrt ging einmal quer durch San Francisco und wir staunten mal nach links, mal nach rechts, wie wunderschön diese Stadt ist und was für tolle Häuser dort stehen. Auch die gepflegten Parkanlagen luden geradezu zu einem Spaziergang ein.

In einiger Ferne tauchte dann die lang ersehnte «Golden Gate Bridge» auf. Wir waren sprachlos und voller Begeisterung, machten viele Fotos und beschlossen, am nächsten Tag nochmal hier herzukommen, um auch selbst mit dem Auto auf die andere Seite zu fahren.

Im weiteren Verlauf der Tour fuhren wir auch auf einer Straße namens «Bush». Der Tour-Guide erzählte uns, dass nach der Wahl von Obama die Straßenschilder mit diesem Namen überklebt wurden und die Behörden bzw. Polizei lange brauchten, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Die «Täter» blieben unerkannt, was wohl auch zur Belustigung der Einwohner und Touristen beitrug.

Ein neuer Tag und gleichzeitig unser Hochzeitstag bricht an. Wir starten wieder früh, um so viel wie möglich von der Stadt mitzubekommen. Da unser Hotel in der «Lombardstreet» liegt, reihen wir uns gleich mal in die Warteschleife der Autos ein, um diesen Spaß des Herunterfahrens mitzumachen. Die Straße ist berühmt wegen ihres Gefälles von 30 Grad und deshalb mit 8 Serpentinen versehen. Man steht eigentlich nur auf der Bremse und braucht starke Nerven, um die Kurven zu kriegen. Eine echte Herausforderung für jeden und nichts für Fahranfänger.

Ansonsten besteht die Stadt fast nur aus gradlinigen Straßen, die bergauf und bergab gehen. Es sind unglaubliche Steigungen und Gefälle. Fußmüde entschieden wir uns einmal mit dem Taxi zu fahren. Der Mann am Steuer glaubte wohl, das er uns besonders mit seinen Fahrkünsten beeindrucken müßte. Er fuhr mit völlig überhöhter Geschwindigkeit die Straßen hoch und runter, überholte, bog ab mit quietschenden Reifen. Ich dachte, ich sitze in der Achterbahn. Ich konnte es kaum erwarten glücklich am Ziel zu sein und sah wohl etwas blass aus. Beim Bezahlen bemerkte ich ein Schmunzeln in seinem Gesicht.

Der Abend kam, und wir wollten unseren Hochzeitstag feiern. Ich hatte schon ein nobles, stadtbekanntes Restaurant ausgesucht, was glücklicherweise genau gegenüber von unserem Hotel lag. Es sollte eine Überraschung sein, und ich war froh, vorbestellt zu haben. Es war brechend voll.

Die Dame vom Service brachte uns in die erste Etage, und wir bekamen ein «Separeé». Klein, aber gemütlich. Alles in schwarz und gold gehalten. Unser Kellner war Franzose und mein Mann freute sich über die Konversation in seiner Heimatsprache.

Wir aßen gut und teuer und stießen auf die nächsten 12 Jahre an. Prost!!

Jetzt blieb uns noch ein Tag. Wir entschieden uns, nach Oakland zu fahren. Auch hier gibt es eine schöne, lange Brücke, um in diesen Ort zu kommen. Die Brücke hat 2 Ebenen, einmal hin und einmal zurück, d.h. man hat keinen Gegenverkehr. Die Stadt selbst hat wenig zu bieten. Wir spazierten durch die tristen Staßen, sahen das gewohnte Bild der Obdachlosen, tranken Kaffee in einem Straßencafe und fuhren bald wieder nach San Francisco zurück. Dort begossen wir unseren Urlaub mit ein paar Bieren in einem Irish Pub und Live-Musik.

Jetzt hieß es Koffer packen, Geschenke verstauen, Papiere ordnen, um am nächsten Morgen pünktlich zum Flughafen zu fahren. Wir flogen dann mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck in unsere Heimat zurück, in unser Berlin.

P.S.

Als ich am nächsten Tag die Zeitung aufschlug las ich die Schlagzeile: «Gestern Schießerei in Oakland», 7 Tote, 23 Verletzte. Ein Amoklauf.

Der liebe Gott hat wohl unser Gebet erhört und uns beschützt.