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Auf den Spuren der „Rügener “ – ein sinnliches Erlebnis –

-Südkreuz. Heute fährt die Regionalbahn nach Stralsund pünktlich ein. Ungefähr 3 Stunden vergehen, und ich sehe die ersten Rapsfelder, die quittegelb in der Ferne leuchten.

Mein erstes Ziel ist der berühmte „Königstuhl“, der 118 m über dem Meeresspiegel thront und ein Wahrzeichen der Insel ist. Die Wanderung dorthin führt mich durch Buchenwälder, vorbei an grandiosen Ausblicken über das Meer, das an diesem Tag ruhig vor sich hin plätschert. Die Nachmittagssonne verwandelt es in glitzernde Silberfäden, die sich auf der Wasseroberfläche tanzend bewegen. Ich entdecke kalkliebende Pflanzen, wie die „Zwiebeltragende Zahnwurz“, die zu den Charakterarten dieser Buchenwaldgesellschaft gehört, Weinbergschnecken, die den Weg säumen. Endlich erreiche ich über den Hochuferweg die „Victoriasicht“, ein Ausflugsziel, das sich zu besuchen lohnt. Der Blick auf den Kreidefelsen entschädigt für die Anstrengungen der bergauf führenden Wanderung. Auch der berühmte Maler Caspar David Friedrich war schon im Jahr 1818 von der Schönheit der Insel angetan und verewigte die Kreideküste in seinem Gemälde „Kreidefelsen auf “, das heute im Original in Winterthur/Schweiz in der Stiftung Oskar Reinhart zu bewundern ist. ist die größte deutsche Insel. Die Besiedlung der Insel geht bis in die Steinzeit zurück, was durch zahlreiche archäologische Funde belegt ist. Bis heute findet man an verschiedenen Orten, wie beispielsweise in Lancken-Granitz, noch gut erhaltene Großsteingräber. Zur natürlichen Küstendynamik gehört, dass die Küste einem fortwährenden Veränderungsprozess unterliegt. Dies ist nicht immer ganz ungefährlich, da sich an der Kreideküste, aber auch an den anderen Steilküsten der Insel, immer wieder Uferabbrüche ereignen können. Entsprechende Warnhinweise sollten deshalb unbedingt beachtet werden. Die Insel verfügt über zwei Nationalparks, den Nationalpark „Vorpommersche Boddenlandschaft“ und den „Nationalpark Jasmund“. Der Nationalpark Jasmund ist mit ca. 3000 ha. Deutschlands kleinster Nationallpark. Zu ihm gehört die Kreideküste der Halbinsel Jasmund, der Buchenwald der Stubnitz und ein 500 m breiter Streifen der umgebenden Ostsee. Der Buchenwald des Nationalparks gehört seit 2011 zum UNESCO Weltnaturerbe. Mit einem Oldtimer HANOMAG AL 28, der als Gruppenkraftwagen für 12 Leute Platz bietet, holpern wir über uralte Straßen und werden mächtig durchgeschüttelt. Der Duft des frischen Grases weht uns entgegen und links und rechts säumen grasende Pferde, alte Bauernhöfe und die vielen Sanddornsträucher den Weg. Im Kreide-Tagebau Promoisel erfahre ich, dass Rohkreide mittels Löffelbagger gewonnen und direkt im nahe gelegenen aufbereitet wird. Diese Kreide entstand vor ca. 70 Millionen Jahren aus den kalkhaltigen Überresten von Schalen und Skeletten verschiedener Meeresorganismen. In 1000 Jahren entstanden ca. 3,5 cm Kreidesediment. Trotz der Langsamkeit dieses Prozesses finden sich heute mächtige Kreideablagerungen unter der gesamten Insel. Ein Förderband von ca.1,8 km Länge transportiert die Kreide in 25 Minuten bis zur Fabrik. Die Reserven des Tagebaus reichen noch ca. 50 Jahre. Unweit dieser Stelle erschließt sich schon ein anderes Gebiet, wo in ferner Zukunft weiterhin Kreide abgebaut werden kann.

Anwendung findet die Rügener Kreide beispielsweise als Düngekalk in der Landwirtschaft. Sie wird zur Rauchgasentschwefelung in Kohlekraftwerken aber auch als Füllstoff bei der Kabel- und Reifenherstellung eingesetzt. Durch Aufschlämmen, Trennen von ungewünschten Bestandteilen, Korngrößensortierung und Trocknung werden Kreiden unterschiedlicher Feinheit hergestellt. Ein bestimmter Teil der Feinkreide kann als Heilkreide Verwendung finden. Die Rügener Dreikronen-Heilkreide ist ein reines, allergenfreies Naturprodukt. Sie besteht zu ca. 98,2 % aus reinem Calciumcarbonat und nur ganz geringen Teilen anderer chemischer Verbindungen und Spurenelementen. Die Struktur ist sehr feinkörnig, die Farbe weiß, und sie ist nahezu geruchlos. Mit Wasser angerührt bildet die Heilkreide eine homogene und gut streichfähige Masse. Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft Nationalpark Jasmund Kreideküste Schnecken am Wegesrand Der Duft des frischen Grases Erlebnistour mit dem Jeep. Kreidemuseum Gummanz Werkhalle 9 Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Die Fahrt mit dem HANOMAG geht weiter, und wir erreichen das Kreidemuseum Gummanz bei Neddesitz, das sich in einer restaurierten Werkhalle befindet und das einzige seiner Art in ist. Von 1854 bis 1962 wurde hier im „Gummanzer Kreidebruch“ gearbeitet.

Für Fossil-Liebhaber bietet das Museum einen Extra-Service. Nach Anmeldung kann man an den beliebten „Fossilien-Exkursionen“ im Tagebau teilnehmen. Für diese Hobbyisten gibt es ein extra abgeteiltes Terrain, um den Arbeitsablauf nicht zu stören. Finden kann man die fossilen Überreste verschiedener Lebewesen des Kreidemeeres, z.B. Seeigel, Donnerkeile, Muscheln, Schwämme und Einzelkorallen. Heilkreide wurde bereits im Jahr 1910 in Saßnitz wirkungsvoll zur äußerlichen medizinischen Behandlung eingesetzt. Schon damals entdeckte man ihre wohltuende Wirkung bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen, Gischt und Ischias. Heute werden Anwendungen mit der Rügener Heilkreide in zahlreichen Einrichtungen auf der Insel in den Bereichen Gesundheit, Wellness und Kosmetik durchgeführt. Ihr Hauptanwendungsfeld im Bereich Gesundheit liegt immer noch bei den allgemeinen und degenerativen Erkrankungen des Muskel- und Gelenkapparates, aber auch bei Hautproblemen ,wie z.B. Akne, können positive Effekte erzielt werden. Die Heilkreide wird u.a. als Packung, Bad, Maske oder Peeling angewendet. Je nach Anwendung wirkt sie wärmend, kühlend, durchblutungsfördernd, entschlackend und entsäuernd. Sogar bei Sonnenbrand kann sie Linderung bringen, indem man sie mit etwas Naturjoghurt vermischt aufträgt. Im Jahr 1932 wurden die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen durchgeführt. Ein zellbiologisches Gutachten aus dem Jahr 2010 bescheinigt die entzündungshemmende und Wundheilung fördernde Wirkung der Rügener Heilkreide. Sie kann bei jeder körperverträglichen Temperatur angewendet werden und verfügt über eine gute Speicherfähigkeit für Wärme oder Kälte. Ich möchte am eigenen Leibe die Wirkung der Heilkreide erfahren und mache den Test. Ich entscheide mich für eine 20 minütige Ganzkörperanwendung. Sie beginnt mit dem Auftragen der ca. 43 Grad warmen Heilkreide. Vom Rücken, über die Beine bis hin zum Oberkörper werde ich nun mit dieser cremigen Masse einbalsamiert. Eine angenehme Wärme durchzieht meinen gesamten Körper. Ich liege jetzt zugedeckt aber hart auf einer Pritsche, die mit einer abwaschbaren Folie ausgelegt ist. Unerwartet und durch Knopfdruck pumpt sich plötzlich unter mir ein Wasserbett auf, und ich gerate in einen Schwebezustand. Glücklich schließe ich die Augen, höre die leise Entspannungsmusik mit Meeresrauschen und dämmere so vor mich hin. Ein Wohlbefinden überkommt mich. Während der anschließenden Dusche rinnt mir die weiße Kreide langsam vom Körper, und ich fühle mich wie neugeboren. Am Pool im Wellnessbereich genieße ich abschließend noch einen heißen Tee, der mir freundlich serviert wird. Die kleine Reise hat ein Ende. In Bergen wartet schon der Zug auf dem Gleis. Mein Koffer ist jetzt schwerer geworden. Der Grund: Kiloweise „Rügener Dreikronen-Heilkreide“, die ich mit nach Hause nehme und von deren Wirkung ich mich überzeugen konnte.

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