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Baden-Württemberg – Fasnet

Glückselige Fasnet! Narrensprünge durch Oberschwaben Berliner können keinen Karneval und schwäbisch-alemannische Fasnet schon gar nicht. Fliesst jedoch ein Tropfen katholisches Blut vom süddeutschen Großvater durch die Adern, zieht's die Enkelin zur fünften Jahreszeit nach Oberschwaben. Glückselige Fasnet, Martin Luther hat das närrische Treiben als Werk des Teufels und katholischen Sittenverfall verdammt. Ach, arme Protestanten! Was versäumt ihr, Jahr um Jahr! Schon im 15. Jahrhundert schrieb Geiler vom Kaysersberg: «Jetzt ist die Fasnacht, eine Zeit zum Fröhlichsein. Gleich hernach folget die traurige Fasten. Die christliche catholische Kirche erlaubet ein ehrliche recreation und Wollustbarkeit, damit ihre geistlichen Kinder desto williger seyn, die heilige Fasten zu halten.» Also Zuckerbrot und Peitsche. Aber welcher Narr denkt  während der sechs «fetten» Tage noch an die anschliessende 40-tägige Fastenzeit. Fasnet feiern heisst ausbrechen aus dem Alltag, Schranken aufheben, unter der Maske das wahre Gesicht zeigen, die Ordnung auf den Kopf stellen; aber auch alte Traditionen und das Brauchtum pflegen. 1525 wird die Fasnet zum ersten Mal in den Akten des Reichsklosters in Weingarten erwähnt und die Narrenzunft in Bad Saulgau ist stolz auf eine Chronik aus dem Jahr 1355. Die schwäbisch-alemannische ...
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Brandenburg – Himmlisches Theater

Himmlische Theater, rauschender Bach und eine kleine Prise Hölle Blitzeblauer Himmel, bauschige Wölkchen und eine Sonne, die dem Nasenrücken den ersten Sonnenbrand beschert, so man nicht mit Einreibung der Stärke 50 vorgesorgt hat. Neuzelle wir kommen! Leichtes Erschrecken, als der Zug am Bahnhof Neuzelle hält. Ein leeres Bahnhofsgebäude grüßt mit blinden Fensterscheiben. Eine Busverbindung zum Kloster Neuzelle besteht nicht. „Zu wenig Bedarf. Es rechnet sich nicht!“ Für 1,5 km befinden wir uns in der Hölle. Knapp zwanzig Minuten quälen wir uns über die Bahnhofstraße, die gleichzeitig ein Stück der die Stadt durchquerenden B 112 ist. Auf der schmalen, kurvigen Straße rauschen Lastwagen und Pkws dicht an dicht an uns vorbei. Ein Höllenlärm und extrem gefährlich. Für die Anrainer der Straße unzumutbar. Forderungen nach dem Bau einer Umgehungsstraße hängen an den Zäunen. Wann wird sie gebaut? Die Planungen sprechen von sieben bis zehn Jahren! Im stillgelegten Bahnhofsgebäude ist ein Seniorenheim geplant. Erträglich ist der Aufenthalt sicher nur für völlig taube Menschen. Nun genug der Schelte. Das Kloster empfängt uns mit himmlischer Ruhe. Eine der wenigen vollständig erhaltenen Klosteranlagen Deutschlands und Europas liegt, auf das Schönste restauriert, ...
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KÖLN AMSTERDAM ARNHEIM KÖLN

Entspannung suchen, Stressabbau, einfach mal wieder raus - es ist der sogenannte "Tapetenwechsel", den sich so viele Menschen wünschen. Aber wer die Wahl hat, hat auch die Qual. Die Reiseportale sind voll mit verlockenden Angeboten. Ob zu Lande, in der Luft oder auf dem Wasser, für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei. Immer größerer Beliebtheit erfreut sich die Seefahrt, egal ob Flusskreuzfahrten oder Hochseekreuzfahrten. "Ich habe Angst vor den großen Meeren" oder "Was ist, wenn wir verunglücken und das Schiff sinkt, denk an die Titanic !" diese Bedenken kann man ausblenden, wenn man sich von vornherein für eine Flusskreuzfahrt entscheidet. Keine oder nur geringe Schaukelei auf dem Schiff und das Ufer immer im Visier. Das gibt auch Nichtschwimmern ein Gefühl der Sicherheit. Die Reedereien sind ständig auf der Suche nach neuen Verlockungen, um den Passagieren an Bord das Leben angenehm, eindrucksvoll und unvergesslich zu machen. Und wenn am Ende einer Reise der Gast sagt: "Ich komme gerne wieder", dann haben der Veranstalter und die Crew alles richtig gemacht. Nicko-Cruises ist seit über 2 Jahrzehnten auf den Flüssen der Welt unterwegs. Ca. 20 Länder auf ...
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Rügen – Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und Jasmund Kreideküste

Auf den Spuren der "Rügener Heilkreide" - ein sinnliches Erlebnis - Berlin-Südkreuz. Heute fährt die Regionalbahn nach Stralsund pünktlich ein. Ungefähr 3 Stunden vergehen, und ich sehe die ersten Rapsfelder, die quittegelb in der Ferne leuchten. Mein erstes Ziel ist der berühmte "Königstuhl", der 118 m über dem Meeresspiegel thront und ein Wahrzeichen der Insel ist. Die Wanderung dorthin führt mich durch Buchenwälder, vorbei an grandiosen Ausblicken über das Meer, das an diesem Tag ruhig vor sich hin plätschert. Die Nachmittagssonne verwandelt es in glitzernde Silberfäden, die sich auf der Wasseroberfläche tanzend bewegen. Ich entdecke kalkliebende Pflanzen, wie die "Zwiebeltragende Zahnwurz", die zu den Charakterarten dieser Buchenwaldgesellschaft gehört, Weinbergschnecken, die den Weg säumen. Endlich erreiche ich über den Hochuferweg die "Victoriasicht", ein Ausflugsziel, das sich zu besuchen lohnt. Der Blick auf den Kreidefelsen entschädigt für die Anstrengungen der bergauf führenden Wanderung. Auch der berühmte Maler Caspar David Friedrich war schon im Jahr 1818 von der Schönheit der Insel Rügen angetan und verewigte die Kreideküste in seinem Gemälde "Kreidefelsen auf Rügen", das heute im Original in Winterthur/Schweiz in der Stiftung Oskar Reinhart zu bewundern ist. Rügen ...
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Schwarzwald – Heimat – Künstler zum Thema Heimat

Heimat Schwarzwald Hängt bei Ihnen schon ein Stefan Strumbel über dem Sofa? Verstaubt vielleicht auf Opas Dachboden ein Gemälde von Wilhelm Hasemann oder Curt Liebich? Alle drei Künstler setzen sich in ihren Werken mit dem Begriff Heimat auseinander. Stefan Strumbel, geboren 1979 in Offenburg, begann seine Karriere als jugendlicher Graffiti Künstler und verschönte die doch eher tristen Wagen der Deutschen Bahn mit seinen Bildern. Künstlerischen Spürsinn sagt man der DB nicht nach, so wurden die Züge schnöde gereinigt. Inzwischen hängen Strumbels Originale, die heute mit ca. 95.000,00 € gehandelt werden, bei Karl Lagerfeld und Hubert Burda über dem Sofa. Stefan Strumbel karikiert den Begriff Heimat in seinen Werken und verfremdet die heiligen Symbole des Schwarzwaldes: die Kuckucksuhr, das Schwarzwaldmädel mit dem Bollenhut und die Schwarzwälder Kirschtorte . Das Mädele maskiert sich mit einem Palästinenserhut und greift zum Gewehr. Aus der Kuckucksuhr springt ein Totenkopf und gemahnt daran, wie schnell die Lebenszeit abläuft. Oder der Kuckuck wird durch einen Schweinekopf mit einer Handgranate im Maul ersetzt. Verletzen möchte Strumbel mit seiner Kunst niemanden, schwingt doch immer auch seine Liebe zur Heimat mit. Nach eigener Aussage sind ...
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Wie meine Tante zum Film gekommen ist

Wie meine Tante zum Film gekommen ist Aus Larsi`s Nähkästchen Also meine Tante ist beim Film. Nicht, dass Sie jetzt denken: Meine Tante spielt im Tonfilm die Trompete. Ne, die macht was Seriöses. Die kann ihnen auf Heller und Pfennig erzählen, was z.B. Walter Plathe als „Landarzt” verdient hat. Tut sie aber nicht! Da muss sie schriftlich ihr Ehrenwort an jeden Filmproduzenten geben bei dem sie arbeitet. Sonst isse weg vom Set, auch wenn se noch so schön mit Zahlen jonglieren kann. Filmgeschäftsführerin, das ist der Titel meiner Tante auf der Stabliste*. Hört sich bombastisch an, nennt sich im wirklichen Leben Finanz- und Lohnbuchhalterin. Und Lohn gibt's beim Film auch nicht, das heisst da Gage. Die Schauspieler werden nach Drehtagen bezahlt, kriegen also eine Tagesgage, und meine Tante wundert sich oft, wenn die nicht Walter Plathe oder Manfred Krug heissen, wie die bei zehn Drehtagen im Jahr überhaupt über die Runden kommen. Landen alle ganz schnell bei Hartz IV. Meine Tante ist zum Film gekommen wie Maria zum Kinde. Filmverrückt war sie schon immer. Mit fünf Jahren das erste Mal im Kino: „Attila, der Hunnenkönig” ...
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Kurpfalz – 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot

Mit Hopfen und Malz durch die Kurpfalz 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot « Euch ist bekannt, was wir bedürfen, wir wollen starke Getränke schlürfen » ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe, der von 1749-1832 lebte und wusste, wovon der sprach. Bier ist so alt, wie die menschliche Kultur. Die ersten Überlieferungen gehen auf ca. 7000 vor Christus zurück, wo man in China begann, Getreide, wie Weizen und Gerste, zu kultivieren. Konkretere Hinweise auf die Bierherstellung wurden ca. 4000 vor Christus im Gebiet zwischen Euphrat und Tigris überliefert. Zu dieser Zeit entdeckten die alten Ägypter, dass halbfertig gebackenes Brot zusammen mit Wasser vergärt und so ein Teig entsteht, der nach dem Verzehr berauscht. Die Urform des Bieres war geboren. Spätere Hinweise zum Thema Bier fanden sich dann bei den alten Römern. Sie nannten das Bier cervisia nach der Göttin der Feldfrüchte Ceres und die Kelten bezeichneten es als Korma bzw. Curma. Zur Zeit des Mittelalters wurden dem Bier unterschiedliche Kräuter, z.B. Heidekraut, Beifuß, Rosmarin, Thymian, Salbei, Kümmel, Johanniskraut u.v.a., beigemischt. Man nannte es die Grut. Und da man Gefallen an der berauschenden Wirkung fand wurde der ...
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Konstanz – zwischen Bodensee und Säntis

Zwischen Bodensee und Säntis Bei schönem Wetter erlebt man ihn - den Sonnenaufgang über dem Bodensee. Wenn sich langsam die Rötung am Horizont zeigt und die Sonne höher steigt, verwandelt sich die Oberfläche des silbern glitzernden Sees in ein zauberhaftes Farbenspiel. Sanft sieht er aus und verleitet zum Träumen. Jetzt kann der Tag beginnen und mit ihm die Erkundungen in dieser einzigartigen Region. Die Stadt Konstanz Die Stadt Konstanz, die am südlichen Teil des Bodensees liegt, feiert von 2014-2018 «600 Jahre Konstanzer Konzil». Es war das herausragendste Ereignis der Stadtgeschichte im Jahr 1414 (bis 1418), in dem 3 Päpste Anspruch auf den Stuhl Petri erhoben. Um Lösungen für die geteilte Christenheit und die politischen Auseinandersetzungen im Mittelalter in ganz zu finden, kamen in Konstanz weltliche und geistliche Machthaber zusammen. Das Konzil stand unter dem Motto «Dialoge statt Waffengewalt». Im Jahr 1417 wählte man dann Papst Martin V. als neuen Einheitspapst und somit endete die Kirchenspaltung, was als größter Erfolg des Konzils gewertet wurde. Es war die einzige Papstwahl in der sakralen Geschichte, die in Deutschland stattfand. Zu diesem Anlass veranstaltet die Stadt diverse Jubiläumsprogramme, ...
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Thüringen – von Christbaumschmuck und Krippenfiguren

Traditionelles Handwerk in Thüringen von Christbaumschmuck und Krippenfiguren Das Jahr nähert sich dem Ende, und die Geschäfte sind wieder voll mit funkelndem Christbaumschmuck, der uns auf die besinnliche Weihnachtszeit einstimmt. Nicht nur Kinderaugen staunen über die bunten, glitzernden Glaskugeln und Figuren, die in den Geschäften zu bewundern sind. Auch die Erwachsenen habe ihre Freude daran. Glasbläserei ist ein Traditionshandwerk, das in Thüringen seinen Ursprung hat. Im Thüringer Schiefergebirge wurde 1597 die Stadt Lauscha durch den Bau einer Dorfglashütte gegründet. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist hier die Wiege des gläsernen Christbaumschmucks. Die Legende besagt, dass im Jahr 1847 ein armer Glasbläser in Ermangelung von Nüssen und Äpfeln diese aus Glas herstellte. Später kam es dann in der Region zu vielen weiteren Hüttengründungen. In den damaligen Arbeitsstuben gab es aber nicht nur Glas- und Kunstglasbläser, sondern auch Glasmaler, Glasfaserspinner und Glasaugenhersteller. Bereits im Jahre 1835 entwickelte Ludwig Müller-Uri das moderne künstliche Menschenauge aus Glas. Glasschmuck wurde anfangs noch mit einer Zinn-Blei Mischung verspiegelt. Ab 1870 kam dann die Glasverspiegelung mit Silbernitrat auf, was dem Schmuck einen besonderen Glanz gab und ihn noch schöner erstrahlen ließ. Ende des 19 ...
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Kraichgau Stromberg – Land der 1000 Hügel

Barockes Flair und klingende Dosen Land der 1000 Hügel - Kraichgau-Stromberg Der Zug entfernt sich von Heidelberg in Richtung Süden und gleitet durch eine Hügellandschaft. Dicht bewaldete Höhen, manchmal gekrönt von einem Burgturm oder einem Mobilfunk-Mast. In den Ebenen Maisfelder, Obstbäume, viel Grün, Orte mit spitzen Kirchtürmen, zweigeschossigen Häuschen. Langsam lichtet sich der Nebel, durch diffuses Licht konturieren Sonnenstrahlen die verschlafene Landschaft und die Ortschaften, und endlich ist sie vollends da, die Sonne, und der Zug hält in Bruchsal. Bruchsal liegt in Baden, auf halber Strecke zwischen Heidelberg und Karslruhe und punktet mit barocker Architektur, historischen Ortsteilen und Spargelfesten, zu denen nicht nur die heimischen Rieslinge, sondern auch besondere Schnäpse produziert werden. Umgeben von Anhöhen mit Wein- und Obstanbau und Spargelfeldern, ist es für uns der Eingang in die Region Kraichgau-Stromberg, Ein kleines "Mini-Badenwürttemberg", oben begrenzt durch den Odenwald, zur rechten eingerahmt vom Neckar mit Heilbronn, unten markiert durch die romantische Enz, ehemals Flößer-Flüßchen, 30 km oberhalb von Stuttgart. Haarscharf paßt der Bus durch den Torbogen zum Vorplatz des imposanten Barockschlosses, einer dreiflügeligen Anlage mit insgesamt 54 Einzelgebäuden und großem Schlosspark. Die Residenz des damaligen ...
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