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Ein abenteuerlicher Tag geht zu ende.

Heute stand der Grenzübertritt an. Deshalb warteten wir ab 6 Uhr auf den zwischen 6:10 und 6:45 Uhr angekündigten Bus. Um halb sieben kam er und hatte sogar ein paar freie Plätze. Für die 95 km bis Zumba brauchten wir tatsächlich sieben Stunden und 45 Minuten. Gerade rechtzeitig, um mit einem Ranchera nach La Balsa zur Grenze zu kommen. Diese 10 km waren in 110 Minuten geschafft. Dort klappte alles erstaunlich gut. Die Ausreise dauerte drei Minuten. Auch die Einreisestempel in bekamen wir, nachdem wir die Beamtin darum baten. Sie hatte es nur vergessen. Mit einem Gefährt, welches uns an die TucTucs in Thailand erinnerte ging es danach ca. 5 km zu einem Örtchen, in dem uns ein „Colectivos“-Taxi noch etwa 40 km hierher nach San Ignacio brachte. Klar, dass auch dies fast zwei Stunden dauerte.
Fazit: Landschaftlich war das wohl bisher unsere schönste Fahrt. Morgen geht es wieder früh los, dann erkunden wir endlich Peru.

7. – Tag 51

Die heutige Weiterreise nach Chachapoyas gestaltete sich dann doch einfacher als erwartet. Obwohl Hauptstadt der Region Amazonas, ist Chachapoyas eher von Berglandschaft als von Urwald umgeben. Da wir bereits mittags vor Ort waren, gönnten wir uns gleich noch einen Spaziergang zu einer Aussicht über die Stadt. Dabei stießen wir auf eine historische Stätte: El pozo de Yana Yacu.
Die Geschichte über diesen Brunnen beschreibt Wikipedia so: Der „Brunnen von Yanayacu“ wurde der Legende nach an der Stelle gebaut, an welcher Toribio de Mogrovejo, zweiter Erzbischof von Peru, bei seinem Besuch in Chachapoyas mit seinem Wanderstock einen Felsen berührte. Im Moment der Berührung begann aus dem Fels eine Quelle zu sprudeln, welche mit ihrem Wasser die Trockenperiode, die zu jener Zeit die Region quälte, beendete. Er befindet sich auf dem „Cerro Luya Urco“ ca. einen km von der Plaza de Armas von Chachapoyas entfernt. Die Quelle, die noch heute aktiv ist, wird auch die „Quelle der Liebe“ genannt.

Chachapoyas 9. – Tag 53

Die Gegend um Chachapoyas ist sehr geschichtsträchtig, weshalb wir kaum Erholung finden. Die Chachapoya sind ein prähistorisches Andenvolk. Der Name wurde ihnen von den Inka gegeben und bedeutet „Wolkenmenschen“ oder „Nebelkrieger“. Offensichtlich betrieben sie einen besonderen Totenkult. So besuchten wir gestern die Mausoleen von Revash. Dies sind Grabhäuser an hohen Kalksteinklippen. Das Alter der hier gefundenen Mumien wird auf 800 Jahre geschätzt. Heute kamen dann die eindrucksvollen Sarkophage von Karajia vor unsere Linse. Vermutlich wurden Chachapoya-Fürsten so bestattet. Die Sarkophage sind aus Lehm und Stroh modelliert und bis zu 2,50 m groß. Man weiß bis heute nicht genau, wie sie dorthin verbracht worden sind. Vermutlich führten Felsbänder zu den Stellen. Diese Wege sind vielleicht zerstört worden, um die Begräbnisstätten vor der Zerstörung durch die Spanier zu schützen. Auf jeden Fall waren das zwei tolle Expeditionen für uns.

Chachapoyas – Tag 54

Bevor wir morgen Chachapoyas verlassen, mussten wir uns unbedingt noch Kuélap ansehen, das des peruanischen Nordens. Kuélap ist älter und größer als . Die Anlage thront spektakulär auf einer 3.100 m hohen Bergkuppe. Die Festung wurde weit vor der Inka-Zeit, wohl ab 800 von den Chachapoya erbaut. Verschiedene Ebenen waren verschiedenen Gesellschaftsschichten vorbehalten. Man findet über 300 Ruinen von Rundhäusern, die alle gleich aufgebaut waren. Unter anderem gibt es jeweils einen Steintunnel, in dem Meerschweinchen gehalten wurden. In der Mitte der Festung findet sich ein viereckiges Haus, das wohl auf die Inka zurückgeht, denen es 1475 gelang, die Anlage einzunehmen und die Chachapoya zu unterwerfen. Außerdem gibt es Wachtürme, religiöse Bauten und ein „Tintenfass“, in dem Knochen von Raubtieren gefunden wurden.

– Tag 56

Nach 14-stündiger Nachtbusfahrt sind wir heute in Trujillo angekommen. Ein bisschen war es wie beim Fliegen: Sicherheitskontrolle beim Einlass, warmes Abendessen von einer Stewardess.
Trujillo wurde 1534 von Francisco Pizarro gegründet und nach seiner spanischen Heimatstadt benannt. Der Name Pizarro ist hier so häufig wie bei uns Meier, Müller, Schulze. Und wenn wir sagen, dass wir aus Deutschland kommen, verweisen uns die Einheimischen gleich voller Stolz auf „ihren“ Claudio Pizarro, der bei Bayern München spielt. Francisco Pizarro aber war auf andere Art besonders. Im spanischen Trujillo geboren, besuchte er niemals eine Schule, weil er des Vaters Schweine hüten musste. Um Abenteuer zu erleben, flieht er nach Sevilla. Mit Hintertriebenheit und großer Brutalität zwingt der Analphabet und Schweinehirt 1533 die Inka in die Knie. Von Feinden in seinen eigenen Reihen wird er schließlich 1541 mit einem Degenstich in die Kehle ermordet. Uns geht es gut und wir sind bei unserem ersten Stadtbummel bis zur Universität gekommen. Diese ist von einer 1 km langen Mauer umgeben, auf welcher ein Mosaik Szenen aus der Geschichte des Landes abbildet.

Gegend von Trujillo – Tag 57

Auch heute ein Tag voller Geschichte. Die Moche-Kultur entwickelte sich vom 1. bis zum 8. Jahrhundert an der Nordküste Perus. Sie hatte ihr Zentrum hier in der Gegend von Trujillo. Nur durch ausgeklügelte Bewässerungssysteme konnten die Moche in dieser wüstenhaften Region leben. Besonders entwickelt waren Metallverarbeitung und Keramik. Mit den beiden Pyramiden Huaca del Sol (Tempel der Sonne) und Huaca de la Luna (Tempel des Mondes) errichteten sie die größten Bauten des alten Südamerika. Für den Sonnentempel wurden 140 Millionen Adobe-Ziegel (luftgetrocknete Lehmziegel) benötigt. Die beiden Tempel sind 500 m voneinander entfernt, zwischen ihnen lagen die Wohn- und Bestattungsstätten. Der Huaca Arco Iris (Regenbogentempel) ist eine Pyramide mit zwei Plattformen. Die Wände sind mit vielen Fresken verziert. Der Regenbogen galt als Symbol für Fruchtbarkeit und Wasser. Interessant sind die haarlosen Hunde, die sich hier herumtreiben. Ihre Körpertemperatur ist höher als die normaler Hunde, darum wurden sie in der traditionellen Medizin als Körperwärmer für Menschen mit Arthritis benutzt. Im Westen Trujillos befindet sich das UNESCO-Weltkulturerbe Chan Chan. Diese Stätte umfasst eine Fläche von etwa 20 km2 und war Hauptstadt des präkolumbischen Chimú-Reiches. Sie war wohl die größte Stadt Südamerikas, die aus Lehm gebaut wurde. Die Chimú-Kultur setzte sich von 1250 bis 1470 im Norden von Peru durch. Chan Chan soll zu ihrem Höhepunkt über 100.000 Einwohner beherbergt haben.

Tag 58 – Nördlich von Trujillo –

Etwa 60 km nördlich von Trujillo haben wir heute eine Dame besucht. Die Señora de Cao war eine Herrscherin der Moche-Kultur. 2005 wurde ihre bemerkenswert gut erhaltene Mumie in der Cao-Pyramide gefunden, die eigens für sie als Grabstätte errichtet worden war. Die etwa 28-jährige war schwanger und mit Spinnen und Schlangen tätowiert. Bestattet wurde sie wie ein ägyptischer Pharao. Man fand bei ihr auch Skelette mehrerer Wachen und Überreste eines strangulierten Mädchens. Der Fund gilt als sensationell, weil er erstmals eine Frau mit bedeutender Macht in der Prä-Inkakultur nachweist.

Huanchaco – Tag 59

Heute war wieder Ruhetag, wir sind an den Strand gefahren.Huanchaco ist ein skurriler Fischerort. Am Malecon stehen noch viele spitze, zigarrenförmige totora-Boote herum, mit denen die Fischer früher aufs Meer hinaus gepaddelt sind. Inzwischen gibt es hier jedoch überwiegend Surfer. Wir haben viel gelesen und stundenlang den Pelikanen zugesehen.

– Tag 61

Der gestrige Tag ist schnell beschrieben: Frühstück, dabei gelesen. Sachen gepackt, ausgecheckt, Rucksäcke hinterlegt. Im Café van Gogh ein zweites Frühstück genommen, viel gelesen. Kleinen Rundgang gemacht, im Park hängengeblieben, gelesen. Am Ende nochmal im Hotel gesessen und gelesen. Um 20 Uhr sind wir dann zum Busbahnhof gelaufen, um pünktlich zum Check In vor Ort zu sein. Diesmal war es noch besser. Im Bus sitzend wurden wir sogar per Videokamera vor unserer Platznummer aufgenommen. Wir können das Unternehmen „Cruz del sur“ nur empfehlen. Kaum unterwegs gab es Abendessen. Jeder hatte in der Rückenlehne des Vordermannes einen Bildschirm, ja, Internet ging auch. Kopfhörer, Kissen und Decke: selbstverständlich. Schlafen konnten wir auch. Nach 9 Stunden kamen wir pünktlich in Lima an. Und wie empfing uns die zweittrockenste Hauptstadt nach Kairo? Natürlich mit leichtem Regen. Nach den ersten vergeblichen Versuchen, eine angenehme Unterkunft zu finden, machten wir erst einmal Frühstück bei Starbucks. Frisch gestärkt klappte es dann auch mit einem ordentlichen Hotel. Lima hat 9,5 Millionen Einwohner und erstreckt sich an einem langen Küstenstreifen. Am Malecon bummelt es sich ganz schön. Und zum Schluss entdeckten wir dort auch noch ein TONY ROMA’S, womit das Abendessen klar war. Wer immer noch keine Baby Back Ribs dort gegessen hat, bestelle umgehend einen Tisch in der Filiale am Potsdamer Platz! Ach ja, zwischendurch kamen wir am Parque Kennedy vorbei. Dort gibt es eine Art Amphitheater mit elend vielen Katzen. Manche scheinen sie nicht zu stören.

ima – Tag 62

Heute machten wir Limas historische Altstadt unsicher. Irgendwie haben wir auch den richtigen Bus gefunden und konnten diverse Sehenswürdigkeiten erkunden. Anschließend sollte es das Museo Larco sein. Unterwegs dorthin wurden wir jedoch schon bald von drei Polizisten angehalten. Sie meinten, dass wir lieber nicht durch die kleineren Gassen gehen sollen und begleiteten uns zum nächsten Platz. Kurze Zeit später hatten wir den nächsten Polizisten am Hals. Er fuhr uns später tatsächlich mit seinem Motorrad hinterher und erwischte uns dabei, wie wir weiterliefen, obwohl er uns ein Taxi empfohlen hatte. Schließlich brachte er uns zum nächsten passenden Bus. Nach dem Museumsbesuch kümmerte sich dann eine Einheimische um unsere Rückfahrt. Ohne sie hätten wir es sicher nicht in einer Stunde geschafft. Aber sie war froh, englisch sprechen zu können und gab uns noch einige Tipps für Peru.

Lima – Tag 64

Gestern sind wir am Malecon entlang zum Künstlerviertel Barranco spaziert. Dabei zeigte sich Lima uns weiterhin sonnenfrei und also grau. Trotzdem war’s schön, wir kehrten in einem kleinen Schokoladenmuseum ein. Zurück ging es dann per Bus. Sie probieren hier gerade ein neues System aus, weshalb die Fahrten gratis sind. Nachteil: Immer sind die Busse gerammelt voll. Aber alle stellen sich an den Haltestellen ordentlich in Reih und Glied an. Im Hotel hörten wir dann Schreie und beobachteten gegenüber eine Verkäuferin, die offensichtlich gerade überfallen worden war. Als sich Leute um sie kümmerten, fiel sie glatt in Ohnmacht. Nichtsdestotrotz machten wir uns am Abend auf den Weg zum Parque de la Reserva, einem großen Wasserpark. Viele Springbrunnen stehen im Widerspruch zu dem Problem der Wasserknappheit. Um 21.30 Uhr gab’s noch eine Show. Inzwischen sind wir heute nach 8-stündiger Busfahrt in Nazco angelagt, was leider nicht als Nachtfahrt möglich war.

– Tag 65

Nun sind wir also in der Wüstenstadt Nazca mit etwa 60.000 Einwohnern. Es ist hier immer sonnig, heiß und trocken. Im Februar regnet es zusammengenommen ungefähr eine Stunde lang.
Am Vormittag haben wir erst einmal die Stadt erkundet und uns auch ins Marktgetümmel gestürzt. Nach dem Mittag besuchten wir dann die Paredones-Ruinen, ein ehemaliges Inka-Verwaltungszentrum. Anschließend ging es zu den „Acueductos de Cantalloc“. Dieses Bewässerungssystem der Nazca ist weltweit einzigartig. Unterirdische Kanäle leiten bis heute das Wasser der Anden in diese Trockenregion. Über spiralförmige Einstiege kann man hinabklettern. Diese „ojos“ (Augen) sind 5 bis 20 m tief. Alle 10 bis 20 m entfernt dienen sie als Entlüftungsschächte, damit die Luft im Kanal zirkulieren kann. Dort zeigte uns unser Führer Rinaldo noch Kakteen mit weißen Stellen. Das waren Schildläuse, die beim Zerquetschen rote Farbe absonderten. Diese Säure ist Grundlage für die Herstellung des Farbstoffes Karmin.
Schließlich gönnten wir uns am Abend im Maria-Reiche-Planetarium einen Vortrag über eben diese Frau. Der leidenschaftliche Erzähler zeigte uns vorab Alpha und Beta Centauri, die man in Europa nicht sehen kann.

Nazca-Linien – Tag 66

Der heutige Tag stand im Zeichen der Nazca-Linien. Am Vormittag stiegen wir mit einer kleinen Cessna in die Luft, um diese berühmten Geoglyphen anzuschauen. Diese sind fast 2.000 Jahre alt, faszinierend und es gibt viele Vermutungen über deren Bedeutung. Die „Vorgänger“, die etwa 2.800 Jahre alten Geoglyphen der Paracas im heutigen Palpa sahen wir uns dann am Nachmittag von einem Turm aus an. Abgerundet haben wir die Exkursion mit einem Besuch des Maria-Reiche-Museums. Die 1903 in Dresden geborene Mathematikerin, Physikerin und Geographin wanderte 1932 nach Peru aus und beschäftigte sich leidenschaftlich bis an ihr Lebensende 1998 mit den Nazca-Linien.r mager. Es war wohl selbst den Tieren zu heiß.

– Tag 68

Mit Lesen, Museumsbesuch und Kaffeetrinken haben wir den gestrigen Tag auch gut überstanden. Am Abend stand die nächste Busfahrt an. Von der Küste wieder in die Berge ging es fast ausschließlich über Serpentinen, was das Schlafen im Oberdeck schwierig machte. Und dann wurden wegen eines Autorennens und einiger Straßenarbeiten aus den angekündigten 14 schließlich 17,5 Stunden Fahrzeit. Na ja!
Inzwischen haben wir uns hier in Cusco umgesehen und wieder einmal wunderschöne alte Balkone bewundern können, die typisch für den Kolonialstil sind. Hübsche Stadt.

Cusco 25.30a – Tag 69

Cusco bedeutet „Nabel der Welt“ und liegt 3.416 m hoch. Auf diese Höhe haben wir uns heute mit viel Coca-Tee eingestellt. Wenn man alles etwas ruhiger angeht, geht es ganz gut.
Cusco war die wichtigste Stadt des Inka-Imperiums und ist die älteste ständig bewohnte Siedlung auf dem gesamten Kontinent. Als Pizarro 1533 hier eintraf, wollte er die „heidnische Zivilisation der Inka“ zerstören. Die Spanier scheiterten jedoch an vielen gigantischen Inkamauern mit exakt aneinandergepassten Steinen. Deshalb wurden koloniale Bauten auf die Fundamente der Inka Gebäude gesetzt. Irgendwer schrieb: „Diese hasserfüllte Umarmung der spanischen mit der Inka-Kultur erkennt man an vielen Gebäuden in Cusco und macht diese Stadt so einzigartig.“ Stimmt!

Machu Picchu – Tag 70

Nach einer Stunde im „Colectivo“, 20 Minuten im Taxi, zwei Stunden im Zug und 25 Minuten im Bus hatten wir noch vor 10 Uhr unser heutiges Ziel erreicht: Machu Picchu. Der Inka-Trail kann nicht anstrengender sein. Der Ticketkauf war dank der Nebensaison unkompliziert. Man kann neben dem Besuch der Anlage auch auf einen von zwei flankierenden Gipfeln wandern. Die Anzahl der Besucher ist auf 2.500 täglich beschränkt, auf die Gipfel dürfen jeweils 400. Da der kleinere Gipfel ausgebucht war, erkämpften wir uns den größeren, wobei etwa 730 Höhenmeter zu überwinden waren. Gelesen hatten wir, dass entweder die Sonne scheint oder es regnet. Eine Variante fanden wir vor, ließen uns jedoch nicht verdrießen und stiefelten tapfer los. Nach dem Aufstieg erstrahlte die Anlage dann in all ihrer Pracht. Machu Picchu (zu deutsch: Alter Berg) wurde 1440 unter Inka-Herrscher Pachacútec Yupanqui versteckt in den Anden in 2.350 m Höhe errichtet. Die „Stadt in den Wolken“ hatte zu Hochzeiten 1.000 Einwohner. Als ca. 100 Jahre später die Spanier kamen, wurde die Stadt aufgegeben und glatt von Pizarro übersehen. Erst 1911 – mittlerweile im Urwald versunken – wurde sie wieder entdeckt. Inzwischen ist sie eine Touristenattraktion und eines der neuen 7 Weltwunder. Die UNESCO will die Besucherzahl auf 800 pro Tag senken und wehrt sich gegen den Bau einer geplanten Seilbahn.

Aguas Calientes, Cusco – Tag 73

Nachdem wir Machu Picchu also erkundet hatten, blieben wir in dem kleinen Ort Aguas Calientes. Am Abend zogen mehrfach Menschenzüge durch das Städtchen, die lauthals für ihre Partei warben. Im Oktober sind nämlich Wahlen. Das ging dann vorgestern weiter. Auf einer kleinen Wanderung in der Umgebung wurden wir dann richtig nass! Unsere Sachen hatten wir natürlich im Hotel in Cusco gelassen. So blieb uns nur die Freude, dass wir Machu Picchu am Tag zuvor so schön erlebt hatten. Der Himmel und die Gesichter der Leute, die mit dem Bus wieder zurückkamen, sagten alles. Um 15:20 Uhr dann die Rückfahrt mit PeruRail. Diesmal hatten wir Karten der Kategorie „Vistadome“ bekommen, sogar bis nach Cusco. Alles etwas feiner! Zum Dinner wurden Tischdecke und Blumen aufgelegt. Jeder Waggon hat eigenes Personal. Plötzlich stürmte einer dieser Mitarbeiter verkleidet durch das Abteil. Die anderen beiden lieferten dann eine Modenschau. Die knapp vierstündige Fahrt war also recht kurzweilig. Zurück in Cusco hatten wir dann noch Lust auf mehr und zogen in die Altstadt. Die Kathedrale ist beispielsweise besonders. Sie wurde auf den Resten eines Inka-Palastes erbaut. Die Spanier ließen den Zwangsmissionierten einige kleine Zugeständnisse, so findet sich dort unter anderem ein Gemälde des Abendmahls, bei welchem Cuy, also Meerschweinchen serviert wird. Unterwegs begegneten uns merkwürdig gekleidete Männer. Diese sahen wir dann wieder. In einem Konzertsaal gab es ein Konzert. Offenbar haben hier die verschiedenen Universitäten und Fachbereiche Verbände, die sich der folkloristischen Tradition verpflichten. Ergänzt wurde die Musik durch Tanz und Fahnenschwingerei. Uns hat es so gut gefallen, dass wir von dem Erdbeben der Stärke 4,8 nichts mitbekamen. Acht Tote hat es in der Region Cusco gegeben. Am nächsten Morgen erfuhren wir im Hotel davon. Am Abend sollten wir dann um 20 Uhr zum Check In am Busbahnhof sein. Um 20:10 Uhr irrten wir immer noch durch die Stadt, bis uns ein netter Mensch unser Unglück ansah und uns mit seinem Auto schnell zum richtigen Ort brachte. Alle, die wir unterwegs fragten, hatten etwas anderes beschrieben. Jedenfalls ist der Bus pünktlich um 20:30 Uhr gestartet, mit uns.

Arequipa – Tag 74

Seit heute Morgen sind wir in Arequipa – sie wird die weiße Stadt genannt. Arequipas historisches Zentrum ist bekannt für seine schönen Klöster, Kirchen und Kolonialbauten und wurde 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Viele Gebäude sind aus Sillar, einem hellen Tuffgestein, weshalb die Stadt den Beinamen „Ciudad blanca“ (Weiße Stadt) trägt. Arequipa liegt im Feuergürtel Amerikas, 167 der insgesamt 401 Vulkane Perus liegen im Departamento, darunter zehn aktive. Kleinere Erdstöße werden fast täglich registriert. Der Name geht der Legende nach auf den vierten Inka-Herrscher Mayta Cápac zurück. Er soll beim Rückweg nach Cusco hier gerastet und ausgerufen haben: Are que pay! – Also gut, bleiben wir hier! Unser Hotelzimmer ist ein Dachaufbau mit tollem Blick auf den Vulkan Misti (5.825 m) und das Chachani-Massiv (6.075m).

Gebiet um den – Tag 76

Die letzten zwei Tage verbrachten wir mit Guide und Fahrer im Gebiet um den Colca-Cañon. Dieser Colca-Cañon ist etwa 120 km lang und bis zu 3.400 m tief, womit er den Grand Canyon schlägt. Das Colca-Tal gehört zu einem der wichtigsten landwirtschaftlichen Produktionsstätten ganz Perus. Lange vor den Inka wurden hier über 6.000 ha Land incl. Berghänge terrassiert, um Mais, Bohnen, Kartoffeln, Obst und Gemüse anzubauen. Es sieht wirklich phantastisch aus. Neben Lamas und Alpacas durften wir Vicuñas entdecken. Diese leben wild in Höhen zwischen 3.500 und 5.500 m. Das Fell ist feiner als das verwandter Arten und sehr dicht; die Wolle gilt als seltenste und teuerste der Welt. Auch für uns gab es einen Rekord: Wir standen zum ersten Mal auf einer Höhe von 4.910 m. Mittag gab es in einer traditionellen Familie. Zu einer Quinua-Suppe mit getrockneten Kartoffeln und einem Gericht mit Kartoffeln und Trockenfleisch gab es Chicha. Nirgendwo sonst in Peru kann man mit etwas Glück frei lebende Kondore aus nächster Nähe beobachten. Wir sind immer noch total fasziniert. Übernachtet haben wir in einem Hotel, das über dem kleinen Ort Cabanaconde thront. Nun müssen wir wohl bald ein Spendenkonto einrichten.

Kloster Santa Catalina – Tag 77

Da wir morgen unser nächstes Ziel ansteuern, haben wir uns heute von Arequipa verabschiedet. Zuerst besichtigten wir das Kloster Santa Catalina. 1579 gegründet und aus vulkanischem Sillargestein errichtet, ist es wie eine “ Stadt in der Stadt „. Innerhalb hoher Mauern mischen sich spanische und indigene Elemente. Auch sind hier wieder Gemälde der sogenannten Cusco-Schule zu sehen, welche die Fusion der spanischen und der inkaischen Kulturen ausdrücken. Am Nachmittag hatten wir uns dann zu einem Kochkurs angemeldet. Zubereitet und gegessen haben wir Causa und Lomo Saltado. Das hat Spaß gemacht und richtig gut geschmeckt.

Puno – Tag 79

Inzwischen sind wir in Puno gelandet, dem letzten Ziel in Peru. Am Ufer des Titicacasees gelegen, ist Puno auch unter dem Namen „Ciudad de Plata“ (dt. Stadt des Silbers) bekannt, da früher seine Silberminen zu den ergiebigsten Perus gehörten. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind groß, heute haben wir uns Alpaca-Socken gekauft. Der Titicacasee ist der zweitgrößte See Südamerikas und liegt 3.810 m über dem Meeresspiegel. Seine größten Probleme sind die Verschmutzung (z.B. giftige Abwässer der mehr als 30.000 illegalen Minen) und der kontinuierliche Rückgang des Wasserspiegels durch Verkürzung der Regenzeit und Verkleinerung der Andengletscher. Eine kleine Erkundung haben wir per Tretboot heute gestartet. Ach ja, von wegen Pippi Langstrumpf: Wir konnten keine Verbindung herstellen. Es findet sich nur die Episode Pippi im Taka-Tuka-Land. Übrigens haben heute die Regionalwahlen stattgefunden, die langen Schlangen vor den Wahllokalen waren nicht zu übersehen. Ebensowenig die VW Käfer, von denen hier noch jede Menge herumfahren

Uros-Inseln – Tag 80  Heute war Inseltag.

Zuerst ging es zur wichtigsten Attraktion des Titicacasees, zu den Uros-Inseln, den schwimmenden Inseln. Ihre Bauweise ist einzigartig; sie bestehen vollständig aus Totora-Schilf, welches reichlich am Ufer des Sees wächst. Weil sie von unten her verfaulen, müssen die vielen Totora-Schichten immer wieder aufgefüllt werden. Die Uros waren stets ein kleines Volk. Zum Schutz vor den aggressiven Colla und Inka zogen sie sich zurück und begannen bereits vor Jahrhunderten ihr isoliertes Leben auf den schwimmenden Inseln. Mittlerweile ziehen sie allerdings Heerscharen von Touristen an. Glücklicherweise haben wir gerade Nebensaison. Auf der von uns besuchten Insel leben fünf Familien mit 18 Personen. Walter, der für ein Jahr Präsident dieser Insel ist, erklärte uns das dortige Leben. Danach ging es weiter zur seit vielen tausend Jahren besiedelten Isla Taquile. Diese ist sieben Quadratmeter groß und beherbergt etwa 2.200 Menschen. Der Reiseführer betonte mehrfach, dass die Terrassen aus der Prä-Inka-Zeit stammen. Die Männer tragen hier selbst gestrickte Wollmützen, die zugleich als Standessymbole dienen.

Sillustani – Tag 81

Die Herkunft des Namen Titicaca ist ungewiss. Er könnte auf zwei Aymara-Wörtern beruhen: titi = Puma, kaka = grau, also grauer Puma. Auf Quechua dagegen: titi = Blei, qaqa = Felsen, also bleierner Felsen.
Der Legende nach ist der erste Inka, Manco Cápac, über einen Felsen der Sonneninsel auf die Erde gestiegen. Er war der Sohn des Sonnengottes Inti, der ihn aus dem Schaum des Titicacasees erschuf. Mit seiner Schwester Mama Ocllo sollte er die Welt verbessern. Auch einen goldenen Stab bekamen sie mit; dieser würde an einem fruchtbaren Ort in den Boden sinken. Dort sollten sie dann eine Stadt gründen. Nach einiger Suche geschah dies im heutigen Cusco. Diese Stadtgründung wurde später als Beginn des Inkareiches angesehen. Nach einem recht faulen Vormittag unternahmen wir eine Tour nach Sillustani. Lange vor den Inka hinterließen Pukara, Tiwanaku und Colla Grabtürme. Die beeindruckendsten stehen in Sillustani, sie waren bis zu 12 m hoch. Adlige wurden hier in Fötusstellung, zum Teil mit der ganzen Familie, bestattet. Die einzige Öffnung war ein kleines, nach Osten gerichtetes Loch. Nach der Bestattung wurde es versiegelt. Die Turmmauern bestehen aus massiven Blöcken, die an Inka-Architektur erinnern, jedoch als noch komplizierter gelten.

– Tag 82

Da wir morgen die Stadt verlassen, haben wir einen ruhigen Tag verbracht und uns am Abend eine Dinner-Show gegönnt. Fast wie im Tipi. Heute ist hier Feiertag. Er erinnert an die Seeschlacht bei Angamos. Bei dieser wurde die peruanische Marine von den Chilenen geschlagen, wodurch die Küste nicht länger geschützt war. Die Invasion war der Beginn des Salpeterkrieges. Die Frauen jedoch haben wie immer bis in die Nacht ihre kleinen Stände oder sitzen mit den Sachen einfach auf dem Boden.
Adios Peru!
Forsetzung der Reise folgt.

Weiter geht es nach Bolivien…

Roland Haacke (Gast Autor)