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Zwischen Bodensee und Säntis

Bei schönem Wetter erlebt man ihn – den Sonnenaufgang über dem Bodensee. Wenn sich langsam die Rötung am Horizont zeigt und die Sonne höher steigt, verwandelt sich die Oberfläche des silbern glitzernden Sees in ein zauberhaftes Farbenspiel.
Sanft sieht er aus und verleitet zum Träumen. Jetzt kann der Tag beginnen und mit ihm die Erkundungen in dieser einzigartigen Region.

Die Stadt Konstanz

Die Stadt Konstanz, die am südlichen Teil des Bodensees liegt, feiert von 2014-2018 «600 Jahre Konstanzer Konzil». Es war das herausragendste Ereignis der Stadtgeschichte im Jahr 1414 (bis 1418), in dem 3 Päpste Anspruch auf den Stuhl Petri erhoben. Um Lösungen für die geteilte Christenheit und die politischen Auseinandersetzungen im Mittelalter in ganz Europa zu finden, kamen in Konstanz weltliche und geistliche Machthaber zusammen. Das Konzil stand unter dem Motto «Dialoge statt Waffengewalt». Im Jahr 1417 wählte man dann Papst Martin V. als neuen Einheitspapst und somit endete die Kirchenspaltung, was als größter Erfolg des Konzils gewertet wurde. Es war die einzige Papstwahl in der sakralen Geschichte, die in Deutschland stattfand.
Zu diesem Anlass veranstaltet die Stadt diverse Jubiläumsprogramme, u.a. die Landesausstellung zum Konzil-Jubiläum, eine Ausstellung im Rosengartenmuseum zum Thema «Städtischer Alltag um 1414» Handwerkermärkte, Musikfestivals und vieles andere mehr.

Halbinsel Mainau

In unmittelbarer Nähe von Konstanz liegt ein Paradies im Bodensee, die Halbinsel Mainau, auch bekannt als Blumeninsel. Sie befindet sich im Besitz der schwedischen Adelsfamilie Bernadotte. Die geschichtlichen Ereignisse gehen weit zurück. Hier sei erwähnt, dass 1932 Prinz Wilhelm von Schweden die Verwaltung der Mainau seinem damals 23- jährigen Sohn Prinz Lennart Bernadotte übertrug. Dem wiederum kam der Gedanke, die Mainau in ein Landschafts- und Blumenparadies zu verwandeln. Durch seine Heirat mit der bürgerlichen Karin Nissvandt verzichtete er auf sämtliche Titel und eine mögliche Thronfolge und machte die Halbinsel zu seinem neuen Zuhause. Im Jahr 1951 kaufte Lennart Bernadotte das Territorium seinem Vater Wilhelm ab und begann mit der neuen Parkgestaltung. Um den Erhalt des großen Anwesens zu gewährleisten, wurde die Insel für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Gutshofgebäude hieß bald «Schwedenschänke» und die anderen Anwesen, wie das Schloß und die Kirche, wurden mit großem Aufwand restauriert. Heute ist die Halbinsel Mainau die größte Touristenattraktion am Bodensee.

Das Herzstück der Insel ist das 150 Jahre alte Arboretum. Ein Ort voller Ruhe und Erholung mit über 500 verschiedenen Arten von Laub- und Nadelgehölzen, wie z.B. Riesenmammutbäume, Tulpenbäume, Edel-Kastanien und Trompetenbäume.
Ein Besuchermagnet ist der Seidenbaum am Tessiner Platz, ein Gehölz aus Asien. Er wirkt mit seinem schirmartigen Wuchs, dem feingefiederten Laub und den rosafarbenen Büscheln wie ein Exot aus der afrikanischen Savanne.

Auch einer der ältesten Urwaldmammutbäume Deutschlands ist dort zu bewundern. Der aus China stammende Baum wurde 1952 mit nur 70 cm Größe ausgepflanzt und scheint heute bis in den Himmel zu ragen. Ein besonders großer Baum im Park bekam sogar einen Blitzableiter, weil vor Jahren ein Blitzgewitter erheblichen Schaden angerichtet hatte.

Ein Duft liegt in der Luft. Unzählige Rosen, Dahlien, Narzissen, Tulpen und viele andere Blumensorten säumen die Wege und machen den Spaziergang zum besonderen Erlebnis. In dem verglasten Palmenhaus erwartet die Besucher im Frühling ein Meer aus duftenden Orchideen. Wer fußmüde ist, kann auf einer der vielen Parkbänke, die in alle Himmelsrichtungen aufgestellt sind, verweilen, und den Blick zu den Bergen oder über den bezaubernden See schweifen lassen.

Ganzjährig geöffnet hat das zweitgrößte Schmetterlingshaus Deutschlands. Auf einer Fläche von 1000 qm geht man bei 26 Grad und 80-90 Prozent Luftfeuchtigkeit durch eine tropische Umgebung mit rauschenden Wasserfällen. 700 bis 1000 Schmetterlinge in den verschiedensten Farben und Formen flattern frei zwischen den Besuchern herum und laben sich an den Bananen- und Orangenscheiben, die auf kleinen Schalen liegen. Fast täglich treffen unzählige Schmetterlingspuppen von Züchtern aus Costa Rica, England und Holland ein, um den Bestand und die Artenvielfalt zu erhalten.

Der schönste Tag im Leben eines Brautpaares – die Hochzeit – wird gerne in der Schloßkirche St. Marien gefeiert, deren Neubau 1739 fertig gestellt wurde und die als Ausgangspunkt des oberschwäbischen Hochbarocks gilt. Die rechteckige Saalkirche hat ein halbrundes Altarhaus und eine Orgelempore. An den Seitenaltären befinden sich imposante Engelsfiguren und das Bild des Hochaltars zeigt Maria mit dem Kind, die heilige Familie und Johannes den Täufer. In diesem feierlichen Ambiente geben sich pro Saison ca. 150 Paare das Ja-Wort.

St. Gallen in der Schweiz

Zwischen Bodensee und Säntis, dem höchsten Berg der Ostschweiz, liegt die kleine Stadt St. Gallen, die seit eh und je von der Textilindustrie geprägt ist. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die St. Galler Stickereien in aller Welt bekannt und der größte Exportzweig der Schweizer Wirtschaft.
Ursprünglich wurde die Stickerei mit der Hand gefertigt. Durch die große Nachfrage kam es bald zu Engpässen, so dass die Voraussetzungen zur Entwicklung einer Stickmaschine gegeben waren. Im Jahr 1828 konstruierte J. Heilmann, der im Elsass lebte, eine solche, die dann ein Jahr später nach St. Gallen kam. Der Erfolg blieb jedoch aus, denn die Technik war noch nicht ausgereift. Erst ab 1840 konnte die Stickerei mit Verbesserungen an der Maschine durchgeführt werden und ersetzte die Arbeit von ca. 40 Stickerinnen.
Sticken war jedoch Männersache. Die Frauen fädelten nur mühsam die Nadeln ein und überwachten den Stickvorgang. Zirka 40 Jahre später wurde dann die erste Fädelmaschine erfunden, die die Arbeit erleichterte.

Im 1886 erbauten «Palazzo Rosso» sind das heutige Textilmuseum und die Textilbibliothek untergebracht. Aktuell ist eine einzigartige Sammlung von 30.000 Exponaten dort zu bewundern, unter anderem ostschweizer Hand- und Maschinenstickerei, antike Textilien aus Ägypten, Spitzen aus den Niederlanden, Italien und Frankreich, Stoffdrucke und Gewebe aus dem Mittelalter bis hin zur Neuzeit. Die großen Designer wie Dior, Armani oder Chanel verarbeiten bis heute Spitzen aus St. Gallen und kaum eine Modenschau in New York oder Mailand verzichtet auf die Präsentation dieser Haute Couture.

Aber nicht nur die Textilindustrie macht diese Stadt so interessant. Der historische Stiftsbezirk mit der prachtvollen barocken Kathedrale und die Stiftsbibliothek gehören zum UNESCO- Weltkulturerbe. Die Sammlung der Bibliothek umfasst 160.000 Bücher, darunter einzigartige, frühmittelalterliche Handschriften. Sehenswert ist der prunkvolle Rokokosaal, in dem wechselnde Ausstellungen stattfinden und Einblick in die Klostergeschichte von St. Gallen geben.
«Halt die Klappe» – diesen Ausspruch kennt fast jeder. Aber «Klappe halten» hat nur entfernt etwas mit «Mund halten» zu tun. Der Ausruf geht auf die Mönche zurück, die ihre täglichen Gebete im Kloster abhielten. In ihren Gebetsstühlen befanden sich kleine Holzklappen zum Abstützen, die beim Verlassen des Stuhls unangenehm laut zurückfielen. Also bat man den Nächsten, diese Klappe zu halten, damit die anderen Mönche beim Beten nicht durch das Geräusch gestört wurden.

Da fast die gesamte Altstadt Fußgängerzone ist, kann man bei einem Spaziergang in aller Ruhe die Bauten aus unterschiedlichen Zeitepochen, wie dem Mittelalter, der Renaissance oder dem Jugendstil bewundern.
Auch Häuser mit verschiedenen Erkern sind typisch. Diese waren Statussymbol der reichen Textilkaufleute im 17. und 18. Jahrhundert.

Nach so vielen kulturellen Eindrücken sollte man eines der vielen kleine Cafés oder Chocolaterien aufsuchen und sich verwöhnen lassen. Denn auch kulinarisch ist St. Gallen im wahrsten Sinne des Wortes «Spitze».

Die Stadt Friedrichshafen

Eine weitere sehenswerte Stadt am Bodensee ist Friedrichshafen. Was hat dieser Ort, was Konstanz nicht hat? Es ist der Blick auf die Schweizer Alpen, der in jeder Jahreszeit seinen ganz besonderen Reiz hat.

Graf Zeppelin

Einer der bekanntesten Stadtväter ist Graf Ferdinand von Zeppelin (1838-1917). Er war deutscher General der Kavallerie und Begründer des Starrluftschiffbaus. Im Rahmen einer militärischen Mission in Nordamerika erlebte Zeppelin im Jahr 1863 zum ersten Mal den Einsatz von Ballonen bei der Armee. Sein Jungfernflug mit einem solchen war für ihn ein faszinierendes, einschneidendes Erlebnis, dass ihn nie mehr losließ. Sein Lebenstraum war geboren.
Er wollte selbst Luftschiffe bauen, die technisch ausgereifter waren und sich unabhängig von den Windrichtungen lenken ließen. Ungefähr 30 Jahre vergingen mit Forschung, Entwicklung und Konstruktion, bis endlich 1899 mit dem Bau des ersten lenkbaren Starrluftschiffes begonnen werden konnte. Im Jahr 1900 war es dann soweit, und das erste Luftschiff stieg über dem Bodensee auf. Es trug seinen Namen: «Zeppelin». Die Menschen waren so begeistert von der neuen Art der Fortbewegung, dass von den großzügigen Geldspenden bald das zweite Luftschiff fertig gestellt werden konnte. Im Jahr 1908 kam es dann zu einem tragischen Unfall in Echterdingen bei Stuttgart, bei dem ein Luftschiff havarierte. Aber die Solidarität in der Bevölkerung war ungebrochen und so wurde mit weiteren Spendengeldern (über 6 Millionen Mark) die Grundlage für die bis heute existierende «Luftschiffbau Zeppelin GmbH» und die «Zeppelin Stiftung» gelegt. In Friedrichshafen erinnert ein Zeppelinbrunnen unweit der Uferpromenade und ein Zeppelindenkmal an den Luftschiff-Visionär.

Eine neue Ära – der «Zeppelin NT»

Der Mythos «Zeppelin» wurde Anfang der 90iger Jahre von der Luftschifftechnik GmbH & Co KG (ZLT) mit einer neuen Generation, dem Zeppelin NT (neue Technologie), wiederbelebt. Das erste Luftschiff dieser Baureihe stieg im September 1997 von Friedrichshafen in den Himmel auf. Zu dieser Zeit wurden in erster Linie Postflüge durchgeführt und Piloten ausgebildet.
Der offizielle Flugbetrieb für Passagiere begann im Jahr 2001.
Angeboten werden 12 ausgewählte Routen am Bodensee und diverse Städtetrips innerhalb Deutschlands. Wenn das Wetter mitspielt, können bis zu 11 Rundflüge mit einer Dauer von 40- 80 Minuten täglich starten.

Geradezu majestätisch erhebt sich der «Zeppelin NT» in die Lüfte. Nach wenigen Minuten und in nur 300 m hat er seine Flughöhe erreicht. Der Kapitän, der direkt, also ohne Trennwand vor den Passagieren sitzt, gibt das Zeichen zu Abschnallen. Danach kann sich jeder frei in der Gondel bewegen. Begleitet wird der fast lautlose Flug von einer Stewardess, die sich um das Wohl der maximal 12 Passagiere kümmert. Die großen Panoramafenster des Luftschiffes erlauben einen phantastischen Blick über die vielseitige Landschaft, die Schlösser und Burgen. Auf Grund der Nähe zur Erde erlebt man neue Perspektiven und kann etliche Sehenswürdigkeiten detailgenau erkennen.
Wenn man wie im Traum über der Erde schwebt und den Zauber der Natur betrachtet, wird der Flug im Zeppelin zu einem unvergesslichen Erlebnis.

 

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