Reisezeitschrift für Deutschland, Europa und Welt

Abonniere Sie unseren Newsletter.

Tagebuch einer Reise durch

Am Sonntag den 13.07. starteten wir zu viert um 9.25 Uhr von Tegel. Da wir gegen 14 Uhr Ortszeit in Miami ankamen und etwa fünf Stunden Aufenthalt hatten, gab es kein Entrinnen. Danach flogen wir als Welt-meister nach Quito.

Quito – Tag 2 und 3

Zwei Tage lang haben wir Quito erkundet. Das ging etwas langsamer, da die Stadt in 2800 Metern Höhe liegt. Mit der Teleferi Qo konnten wir uns dann gar aus 4050 Metern Höhe einen Überblick verschaffen. Dies war unser persönlicher Höhenrekord, wir wussten ja nicht, was noch kommt. Übrigens ist ein Wahrzeichen der Stadt die wohl weltweit einzige geflügelte Maria, hoffentlich kann man sie auf dem Foto erkennen.

Cotopaxi – Tag 4 und 5

Zwei wundervolle Tage haben wir am Cotopaxi verbracht. Bis auf 4641 m sind wir dem schneebedeckten Krater nahegekommen. Es ist erstaunlich, dass es noch Nationalparks gibt, für die kein Eintritt erhoben wird.

Cotopaxi – Tag 6

Der Cotopaxi sieht traumhaft schön aus.

Laguna Quilotoa – Tag 7

Von der wunderschönen Hosteria La Cienega, die schon Alexander von Humboldt beherbergte, starteten wir heute einen Ausflug ins Hinterland. Über Latacunga und den kleinen Ort Pujili kamen wir zur Laguna Quilotoa. Wir stiegen mühevoll zum Kratersee hinab, für den Wiederaufstieg nahmen sich drei von uns dann jedoch ein Pferd. Bei der Rückfahrt zeigte sich uns der Cotopaxi noch einmal frei und ins Licht der untergehenden Sonne getaucht. Was für ein schöner Tag. Nun lassen wir ihn noch bei Geipels am Kamin mit einem Glas Wein ausklingen.

Amazonasgebiet – Tag 8 und 9

Gleich geht’s los ins Amazonasgebiet. Die letzten Tage verbrachten wir in bewaldeter Umgebung von Baños. Dabei waren Naturerkundungen mit Blick auf den Vulkan Tungurahua, Stadtbummel mit Marktschau und landestypischer Küche und – wen wundert es – eine Sitzung beim Zahnarzt.

Amazonasgebiet – Tag 10 und 11

Nun haben wir auch die Zelte hier im Amazonasbecken abgebaut. Das sagt man so, aber eigentlich trifft es die Übernachtung hier ganz gut. Zwei Nächte haben wir im Regenwald in halboffenen Hütten geschlafen, zwischen Insekten und Spinnen, ohne Strom und Internet. Tiere hatten wir uns in größerer Vielfalt und Menge vorgestellt. Wenigstens weckte uns eine große Gruppe Totenkopfäffchen. Fazit: Vom Regenwald hatten sich einige der Mitreisenden mehr versprochen.

Galapagos – Tag 12

Nachdem wir gestern das Amazonasbecken Richtung Quito verlassen haben, flogen wir heute auf die Galapagosinseln. Welch ein Traum! Gleich erkundeten wir die Insel Santa Cruz. Die Fotos sind nur ein kleiner Teil dessen, was wir sehen durften.

Galapagos – Tag 13

Eigentlich wollte ich nur ein Foto eines Blaufußtölpels zeigen, aber …
Morgens ging es per Boot zu einem Sandstrand von Santa Cruz, wo auch geschnorchelt werden konnte. Eine riesige Wasserschildkröte schwamm vorbei und sogar ein Hai.
Nach dem Mittagsmahl an Bord ging es dann zur Insel North Seymour. Unglaublich: Wir liefen einen Meter an Landleguanen und diversen Vögeln vorbei, ohne dass diese sich belästigt fühlten. Hier ist die Welt noch halbwegs in Ordnung, weil darauf geachtet wird, dass die Tiere keine schlechten Erfahrungen mit uns machen. So konnten wir auch Fregattvögel beobachten. Wieder ein aufregender Tag, obwohl sich einige von uns arg verbrannten.

Galapagos – Tag 14

Heute nur ganz kurz: Wir hatten einen Tag ganz ohne Guide. Am Vormittag erkundeten wir die Darwin-Station und nachmittags ging es zur Tortuga-Bay.

Galapagos – Tag 15

Heute haben wir unser neues Quartier auf der Insel Isabela nach einer holprigen Fahrt auf bewegter See bezogen. Dann stand wieder Programm an. Wir besuchten eine Aufzuchtstation für Schildkröten, eine Brackwasserlagune und die Tränenmauer. Diese steht als Mahnmal für ein unrühmliches Kapitel der Geschichte der Insel. Gefangene mussten diese mehr als 100 Meter lange, völlig unnütze Mauer unter härtesten Bedingungen aus Lavasteinen errichten. 1959 wurde die Strafkolonie geschlossen.

Galapagos – Tag 16

Auf Las Tintoreras erkundeten wir die Meerechsen, begegneten Galapagos-Pinguinen, beobachteten Seelöwen und einige von uns konnten vom Schnorcheln einfach nicht genug bekommen.

Guayaquil – Tag 17

Es war frühes Aufstehen angesagt, da wir Galapagos verlassen mussten. Wir sind ziemlich müde in Guayaquil angekommen und haben einen kleinen Spaziergang entlang des Malecon gemacht.

Guayaquil – Tag 18

Heute war ein relativ fauler Tag, schließlich sind wir im Urlaub.
Guayaquil ist Wirtschaftszentrum Ecuadors und mit 2,16 Millionen Einwohnern eine Großstadt mit entsprechend viel Verkehr. Allerdings wird hier das meiste mit der Hupe geklärt. Trotz Ampeln stehen an jeder Ecke Polizisten, die das Hupkonzert mit ihrem ständigen Pfeifen erweitern.
Am Vormittag streiften wir durch den Parque Bolivar. Dies ist wohl der weltweit einzige öffentliche Park, in dem Landleguane frei leben. Nach einer langen Siesta erkundeten wir dann die historischen Viertel Las Peñas und Cerro Santa Ana. Von dort oben hat man einen tollen Blick auf die Stadt. Abschließend schlenderten wir wieder den Malecon entlang.

Guayaquil – Tag 19

Kleiner Nachtrag:
Guayaquil hat wohl inzwischen 3 Millionen Einwohner.
Nach einem kurzen Besuch einer typischen Markthalle schlugen wir uns heute – der Empfehlung eines Wanderführers (Danke nochmals, lieber Folker) folgend – zum tropischen Trockenwald im Schutzgebiet Cerro Blanco durch. Die Busfahrpreise erinnerten uns dabei an die gute alte DDR. Versprochen wurde uns: „Trotz seiner Nähe zur Großstadt beherbergt das Schutzgebiet Jaguare, Ozelote, Agutis, Pekaris, Brüll- und Kapuzineraffen und viele andere Säugetierarten. Vogelfreunde können sich auf über 200 Vogelarten freuen, sogar neun weltweit bedrohte Arten fanden hier einen Schutzraum. Aber auch Schmetterlinge, Taranteln und andere Insekten werden uns begegnen.“ Naja, die Ausbeute war mager. Es war wohl selbst den Tieren zu heiß.

Guayaquil – Tag 20

Wir sind immer noch in Guayaquil. Heute haben wir uns recht früh auf den Weg gemacht und sind der Empfehlung einer Hotelangestellten gefolgt, Santay Island zu erkunden. Dies ist ein Naturschutzgebiet, in dem 200 Fischerfamilien leben. Seit Juni 2014 führt eine etwa einen Kilometer lange Brücke über den Rio Guayas dorthin. Die Papageien haben Krach gemacht, sich aber gut versteckt. FRAGE AN ALLE: Wie heißt der rote Vogel?

Guayaquil – Tag 21

Unser letzter Tag in Guayaquil, morgen früh geht es weiter. Nach dem Frühstück sind wir wieder zum Busbahnhof gefahren. Auf drei Ebenen fahren hier die Busse ab, unser ZOB ist dagegen ein Wartehäuschen. Von dort fuhren wir in den Parque Historico, einer Mischung aus Geschichtspark und Zoo. Es gibt eine „Traditionszone“ über ländliches Leben, eine Zone für städtische Architektur im frühen 20. Jh. und eine für bedrohte Tiere. Unfassbar, dass auch hier kein Eintritt verlangt wird. Jedenfalls hat es uns prima gefallen. Nach einer Siesta mussten wir dann unbedingt noch einmal den Malecon entlang spazieren. Jetzt schauen wir mal, wie es weitergeht.

– Tag 22

Nun haben wir Guayaquil verlassen. Kaum hatten wir die Stadt hinter uns, mussten wir viel Elend sehen. Hütten, in denen wir wohl nicht mal unsere Haustiere unterbringen würden.
Die Busfahrt wurde lediglich von einer Polizeikontrolle mit Taschen-durchsuchung und Leibesvisitation unterbrochen.
Wir sitzen in Montañita, einem Mekka für Surfer und Aussteiger, in unserer Bambushütte. Ab und an zieht ein süßlicher Duft um unsere Nasen. Wir werden hier ab morgen für drei Wochen eine Spanisch-Schule besuchen. Um 7:30 Uhr geht’s los.
Begrüßt wurden wir bei unserem ersten Stadtgang von unzähligen Fußballfans, die offensichtlich etwas zu feiern hatten.

Montañita – Tag 23

Zum gestrigen Tag: Um 7:30 Uhr mussten wir also zum Eingangstest antreten. Naja, das ging ganz schnell. Ergebnis: Level S1. Um 8 Uhr begann dann auch schon unsere erste Stunde. Wir sind mit zwei jungen Schwestern aus München und einem Paar aus Australien in einer Klasse. Die Lehrer sprechen KEIN Deutsch, zum Teil nicht einmal Englisch. Bis zum Stundenende um 9:55 Uhr hatten wir fünf Seiten Vokabeln, Fragen und Phrasen notiert. Also wir zur Unterkunft und alles noch einmal gelesen und versucht, das Eine oder Andere im Kopf zu behalten. Alles übrigens bei leichtem Regen (Garua), der den ganzen Tag anhielt. Beim Lernen gab es auch noch etwas zum Lachen: Unser Übersetzungsprogramm übertrug meinen auf Spanisch formvollendet formulierten Satz „Mi nombre es Ronald.“ mit „Mein Name ist Eisprung.“. Zum Glück hat es niemand gehört. Um 12 Uhr waren wir dann durch die Schule zu einer Führung durch den Ort eingeladen, um dann von 13 bis 14:55 Uhr unsere zweite Lektion zu bekommen. Nach einer kleinen Wiederholung und einer Menge neuer Vokabeln kam auch schon der erste Test. Der Nachmittag verging beim Üben und Jammern ziemlich schnell und abends waren wir dann in großer Gruppe essen. Heute scheint die Sonne, das Tempo in der Schule wurde noch erhöht, aber wir sind guter Dinge. PS: Angeblich soll es hier die höchsten Wellen in Ecuador geben. Mal sehen, ob sie sich uns noch zeigen.

Montañita – Tag 24

Noch immer schwirren uns Zahlen, Farben, Kleidungsstücke und Verkaufsgespräche im Kopf herum. Deshalb werden wir jetzt noch eine Stunde spazieren gehen. Dabei versuche ich, Flora und Fauna einzufangen. Gestern abend waren wir noch am Strand unterwegs und im Ort essen. Hier gibt es sogar Gerichte ohne Fleisch, die mir schmecken. Richtig los geht es wohl erst nach 22 Uhr, vielleicht bekommen wir davon auch mal was mit. Nächste Woche beginnt unser Unterricht erst um 10 Uhr, da können wir dann länger aufbleiben.

Montañita – Tag 25

Ein paar Informationen über Land und Leute. Woran wir uns wirklich gewöhnen mussten, war der Toilettenbesuch. Nicht, dass die Toiletten anders wären als unsere. Aber hier wird in der Regel das benutzte Papier nicht ins Becken gegeben, sondern in einen bereitstehenden Eimer.
Da Ecuador kein Schienennetz hat, funktioniert der Reiseverkehr hauptsächlich per Bus. Es gibt verschiedene Klassen, aber auch das Reisen mit komfortablen Bussen ist für uns echt preisgünstig. Überall sieht man Leute an der Straße stehen und dem Bus winken. Überlandbusse sind recht zuverlässig. Auf den Fotos sieht man ein wenig von Montañita. Zur Straße hin ist alles bunt, hinten sind die Gebäude meist nicht einmal verputzt. Montañita ist sicher nicht repräsentativ für Ecuador, da es sich tatsächlich um einen reinen Touristenort handelt. Überall sind Stände aufgebaut, die Essen, Getränke und Plunder anbieten. Wenn wir um 7:50 Uhr zur Schule gehen, ist schon jede Menge los, wenn wir ins Bett gehen, lange noch nicht Schluss.

Montañita – Tag 26

Wir haben heute zeigen müssen, was wir in einer Woche gelernt haben und sollten dazu alle Wörter zu bestimmten Themen notieren, die uns einfallen.

Montañita, Puerto Lopez, Playa de Los Frailes, Salango- Tag 16, 17

Nun liegt ein naturorientiertes Wochenende hinter uns. Am Freitag haben wir den erfolgreichen Abschluss unserer ersten Schulwoche mit einigen Cocktails gefeiert. Samstag dann haben wir uns per Bus nach Puerto Lopez aufgemacht, einem ruhigen Fischerdorf. Einmal mehr fiel uns auf, dass hier Wahlwerbung ohne Papier auskommt. Sie wird einfach auf Wände, Zäune, Tore gemalt. Von dort ging es anschließend zu einer Wanderung durch Trockenwald (Es nieselte den ganzen Tag.) hin zum Playa de Los Frailes, der als einer der schönsten Strände Ecuadors gilt.
Der heutige Sonntag führte uns nach Salango. Dort ließen wir uns von einem Fischer um die gleichnamige Insel schippern, um Blaufußtölpel, Fregattvögel, Pelikane und Geier zu beobachten. Wale ließen sich leider nicht blicken. Beim anschließenden Strandspaziergang schien sogar kurz die Sonne.

Montañita – Tag 27

Diese Woche steht Grammatik auf dem Stundenplan, am Abend Salsakurs. Wir haben uns zusätzlich für einen Kochkurs eingetragen. Also volles Programm. Obwohl es hier oftmals nieselt, gibt es Probleme mit der Wasserversorgung. Deshalb waren auch die Wäschereien geschlossen. Ich brauche frische Sachen!

Montañita – Tag 28

Vor dieser traumhaften Kulisse, der Terrasse unserer Schule, findet unser Salsakurs statt, zu dem sich tatsächlich nur wir eingetragen haben.
Beim abendlichen Spaziergang gab’s dann neben dem fehlenden Wasser auch noch einen kompletten Stromausfall hier in Montañita. Wirklich alles duster. Nur mithilfe der vorbeifahrenden Autos fanden wir zu unseren Cabañas. iHasta luego!

Montañita – Tag 29

Heute konnten wir hier im „Surferparadies Montañita“ endlich mal einige Surfer sehen. Am Abend dann bereiteten wir im Kochkurs ein klassisches Ceviche zu. Das ist ein kaltes Fischgericht. Der Fisch wird dazu nicht gekocht, sondern in Zitronensaft eingelegt und später mit frischen Tomaten, Zwiebeln, Paprika und Orangensaft vermengt. Koriander darf natürlich nicht fehlen. Dazu gab’s Reis und frittierte Kochbananenscheiben. Die schmecken aber irgendwie mehr nach Kartoffeln als nach Bananen, stinken auch nicht.

Montañita – Tag 30

Der angekündigte Test: Fehlanzeige! Wofür haben wir denn gelernt und schlecht geschlafen? Somit konnte ich den Satz “ La gente de Ecuador es amable.“ nicht anbringen, um den Prüfer milde zu stimmen. Stattdessen kennen wir jetzt auch die siebte Gruppe der unregelmäßigen Verben im Spanischen. Außerdem konnten wir uns so nicht in unserer Lieblingsbar „Diablos“ mit einem Cocktail belohnen.
Aber wir haben das Rätsel um die gelben T-Shirts gelöst, welche nicht nur hier in Montañita gern getragen werden. Wir als wenig fußballaffine Zeitgenossen haben jetzt herausgefunden, dass es sich um Fan-Shirts des Barcelona SC handelt. Dieser Verein wurde 1925 in Guayaquil von spanischen Auswanderern gegründet und nach dem FC Barcelona benannt. Mit 13 Titeln ist er Ecuadors Rekordmeister und mit fast 100.000 registrierten Fans einer der größten Fußballvereine der Welt. Aha!

Isla de la Plata – Tag 31

Heute haben wir uns einen Ausflug zur Isla de la Plata gegönnt, auch Klein-Galapagos genannt. Schon bei der Überfahrt setzten sich mehrere Buckelwale in Szene, ebenso einige Schildkröten. Auf der Insel konnten wir dann wieder einmal mit unseren geliebten Blaufußtölpeln auf Tuchfühlung gehen. Und um den Tag besonders schön werden zu lassen, schien endlich mal die Sonne.

Montañita – Tag 38 Geschafft!

Die dritte Schulwoche verlangte noch einmal unseren vollen Einsatz. Der erste Block pure Wissensvermittlung, Grammatikstrukturen, ließ uns fast verzweifeln, die nachmittägliche Anwendung machte dann sogar Spaß. Abends dann Salsa-Kurs.
Höhepunkt war das gestrige BBQ mit unserem Salsa-Auftritt. Ja, es gab Beifall.
Nun gut, morgen geht’s um 5:45 Uhr los. Erst zurück nach Guayaquil, von dort weiter nach . Also einen ganzen Tag im Bus.
Ganz so schwer fällt uns der Abschied nicht. Heute wieder Garua (Niesel) -Wetter. Umso erstaunlicher, dass Menschenmassen am Strand und im Wasser sind. Viele kommen am Wochenende in Familie aus den großen Städten hierher und empfinden das als pures Vergnügen. Am Sonntag kehrt dann totale Ruhe ein, es gibt auch kein Nachtleben wie sonst. Der Grund? In Ecuador herrscht ein sonntägliches Alkoholverbot.

Cuenca – Tag 39

Nun sind wir also in Cuenca, 2.550 m hoch gelegen. Laut Reiseführer ist Cuenca nach Quito Ecuadors bedeutendste und schönste Stadt aus der Kolonialzeit. Uns gefällt sie sogar besser als Quito. Nach einem ungestörten Frühstück – wir sind offensichtlich die einzigen Gäste der „Casa de las rosas“ – erkundeten wir ausgiebig die Altstadt und stießen dann auf einige Reste der alten Inka-Stadt Tomebamba. Viel ist nicht übrig, da sie nicht lange bestand und die Steine größtenteils für den Aufbau Cuencas benutzt wurden.

– Tag 40

Heute stand Ingapirca auf unserem Programm. Ingapirca ist Ecuadors am besten erhaltene archäologische Inka-Stätte. Ursprünglich von den Cañari als Observatorium genutzt, bauten ihn die Inka zu einer militärischen Station aus. Herzstück ist der Sonnentempel. Obwohl die Inka nur 33 Jahre lang Ecuador beherrschten, veränderten sie das Leben nachhaltig. Die Spanier töteten 1533 den letzten Inka-Herrscher und übernahmen die Kolonialherrschaft. Nach der Führung wanderten wir noch – Eukalyptusduft in der Nase – durch die Umgebung und zum krönenden Abschluss musste Uta unbedingt ein Chicha probieren. Das Rezept ist schlicht: Yuca oder die Frucht der Pfirsichpalme wird zu einem Brei gekocht, den dann ausschließlich Frauen ordentlich durchkauen. Danach kommt Wasser hinzu und die Fermentation kann beginnen. Mit der Zeit nimmt der Alkoholgehalt zu, da die Bakterien aus dem Speichel die Kohlehydrate in Zucker verwandeln. Der Geschmack hängt übrigens von der zubereitenden Person ab, weil sich die bakterielle Zusammensetzung des Speichels individuell unterscheidet. Wen wundert es, dass Chicha auch „Spuckebier“ genannt wird?

Cuenca – Tag 41

Der Mann mit dem Panamahut Vorweg: Chicha macht keine Kopfschmerzen! Bei Panamahut fallen mir als Schlagerfreundin natürlich die Zeilen von Nina Lizell ein: „Der Mann mit dem Panamahut, Panamahut, Panamahut, ja, der kennt die Mädchen sehr gut und weiß sie zu verwöhnen…“
Mein Gesang löste keine Begeisterung aus und so übergebe ich für die seriöse Berichterstattung an Ronald. Nein, ich habe ihn nicht gekauft. Muss also auch keine Erwartungen diesbezüglich erfüllen. Auf unserem heutigen Stadtgang besuchten wir das Hutmuseum und können nun endlich das große Missverständnis um den Panamahut aufklären. Seit gut 100 Jahren muss Ecuador hinnehmen, dass die ganze Welt seinen berühmtesten Export fälschlich einem anderen Land zuschreibt. Ecuadorianer nennen ihn sombrero de paja toquilla (Hut aus Toquillastroh) oder Montecristi nach der berühmtesten Hutmacherstadt überhaupt. Die Fehlbezeichnung kam auf, weil spanische Geschäftsleute, die die Qualität erkannt hatten, ihn über Panama exportierten. Im 19. Jahrhundert schützten sich die Arbeiter am Panamakanal mit diesen leichten und extrem robusten Hüten vor der Tropensonne. So war das also. Weiter führte unser Weg an den Rand der Stadt, eine nicht enden wollende Treppe hinauf zur Kirche von Turi. Der Ausblick auf Cuenca entschädigte uns für die Strapazen.

– Tag 42

Heute waren wir im Parque Nacional Cajas. Der Wanderführer hatte uns gewarnt: „Die Runde stellt hohe Anforderungen an den Orientierungssinn, da der Weg an einigen Stellen gesucht werden muss; außerdem zieht häufig sehr überraschend Nebel auf. Es empfiehlt sich daher, die Tour nicht allein zu unternehmen und Bekannten oder im Hotel Bescheid zu geben. Möglichst ein GPS mitnehmen.“ Es fing so schön an, das Wetter sah verheißungsvoll aus, einen Bus haben wir bekommen und der Mann am Parkeingang wollte nicht einmal die 10 USD Eintritt. So gingen wir also los. Und wir begegneten tatsächlich den ganzen Tag lang keiner Seele. Dann jedoch verließ uns der geforderte  Orientierungssinn und das Tablet war wertlos, da kein Netz erreichbar war. Als wir schon am Fluchen waren, regnete es auch noch. Naja, wir haben weit nach der Hälfte der Strecke abgebrochen und irgendwie zurück gefunden. Die Krönung war, dass keines der drei Feuerzeuge wenigstens den Raucher glücklich machen konnte. Bei über 4.000 m gehen nicht nur wir in die Knie.

Parque Nacional Cajas – Tag 43

Wir sind heute etwas angeschlagen von gestern durch die Stadt gezogen und haben uns dann im Museum umgetan. Wir hatten noch nie echte Schrumpfköpfe gesehen, nun haben wir.
Am Abend entstand dann noch das angefügte Foto. Die Dame grillt gerade Cuy. Vielleicht kann man ja erkennen, was das ist. Wir haben jedenfalls nur geschaut und nicht gegessen.

Parque Nacional Cajas – Tag 4

Der Parque Nacional Cajas hat uns heute noch einmal empfangen. Aber auch diesmal versagte unser Orientierungssinn. Oder der Wanderführer. Jedenfalls kamen wir besser voran als vorgestern, jedoch am Ende an einer anderen Stelle an. Egal, wir trafen wenigstens ein paar wilde Lamas. Und durch den Hexenwald führte unser Weg. Wohl kein anderer Baum wächst auf so großer Höhe wie der Polylepsis oder Papierbaum. Durch Wind und Wetter knorrig und krumm.
Morgen, am Tag 50 unserer Reise, geht es nun ins Tal der Hundertjährigen nach Vilcabamba. Und danach sollten wir Ecuador verlassen, da es noch andere Länder zu entdecken gibt.

Parque Nacional Cajas/ Vilcabamba – Tag 45

Erinnert sich jemand an unsere Lieblingsbar in Montañita? Sie hieß „Diablos“. Einer davon fuhr uns heute von Cuenca aus hierher nach Vilcabamba. Wir haben die Stadt gegen Natur eingetauscht. Die Hosteria „Izhcayluma“, in der wir die nächsten Tage verbringen, ist sehr schön gelegen. Ein freundlicher Gedanke geht aber schnell noch an die „Casa de las rosas“ in Cuenca zurück. Dort werden die Gäste wirklich verwöhnt. Zur Nacht legt man ihnen gar eine Wärmflasche ins Bett.

Vilcabamba – Tag 46

Vilcabamba wird auch Tal der Hundertjährigen genannt, weil der Reader’s Digest 1955 einen überdurchschnittlich großen Anteil solcher an der Bevölkerung schilderte. Wir konnten allerdings heute auf dem Friedhof keinen solchen finden. Das liegt wohl aber daran, dass nur der Todestag auf den Steinen angegeben wurde. Man sagt, dass die einfache, gelassene Lebensweise und die frische Andenluft einem langen Leben zuträglich sind. Von Letzterem konnten wir uns bei unserer heutigen Wanderung überzeugen.

Parque Nacional Cajas – Tag 47

Tiere! Heute haben wir vier Stunden mit wundervollen Tieren zugebracht, wir machten einen Ausritt auf den Hausberg von Vilcabamba. Eine tolle Aussicht auf eine unglaublich schöne Landschaft. Eine ganz andere Tierbegegnung dagegen hatten wir gestern an unserem Ruhetag. Die erste große(!) Kakerlake, die durch unser Zimmer rannte, konnte Uta noch retten und lebend aussetzen. Als dann – wir wollten ins Bett gehen – die nächste sich anschickte an der Decke über uns herumzuspazieren, war der Spaß vorbei. Ja, ich habe getötet! Dass uns Spinnen beim Duschen zusehen, geht ja noch, aber irgendwann ist Schluss!

Izhcayluma-Loopa – Tag 49

Nachdem wir uns gestern mit der weiteren Route beschäftigt und viel entspannt haben, musste es heute der Izhcayluma-Loop sein, ein Wanderweg, bei dem innerhalb von fünf Stunden 600 Höhenmeter zu überwinden sind. Bei der Auswahl der Wanderungen waren wir etwas eingeschränkt, da wegen häufiger Überfälle von einer Tour dringend abgeraten wird und wir uns eine 8-Stunden-Tour selbst nicht zumuten wollten. Wir haben schließlich Urlaub. Schwierig war’s manchmal, aber schön war’s auch. Nun heißt es packen, denn morgen geht es zeitig los. Es gilt, eine Grenze zu passieren.

Abschließend sei noch gestattet, Ecuador als Reiseziel wärmstens zu empfehlen. Wir haben die Menschen dort insgesamt sehr freundlich erlebt und nie Angst empfunden.

 

Ronald Haacke (Gast Autor)