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schöne Wolkenkratzer

Es ist Luxus, frisch geduscht auf dem breiten schönen Bett im 19. Stock zu sitzen,mit Blick durch ein Riesenfenster auf Wolkenkratzer und auf die tief unten fahrenden, erstaunlich vielen Autos zu gucken.

Wir haben gestern eine Stadtrundfahrt gemacht, waren heute am Strand, auch umgeben von wirklich hohen Häusern dicht an dicht, das Wasser ist wunderbar, fast schon „weich“, alle sind sehr freundlich, gefühlte 40% Asiaten, gefühlte 50% Inder, gefühlte 5% Schwarze – Locals kaum zu sehen. TOTAL NULL MÜLL zu sehen, keine Bettler, keine armen Leute, keine Hunde, keine Katzen, keine Hühner, keine Esel – KEIN ELEND ist zu sehen. Doch, 3 Katzen abends im Dunklen! Ein befremdliches Gefühl, man sollte meinen, sowas macht glücklich, aber wir sind schlau genug 😉 zu wissen, dass wir VOR dem Vorhang stehen, alles andere ausgeblendet ist. Wir grübeln nicht, aber es ist irgendwie überirdisch. Wenn wir trotz entsprechender Lektüre meinen, in einem arabischen Land zu sein, sind es eigentlich nur die auch vorhandenen arabischen Schriftzüge, arabisches Essen muss man suchen, Arabisch sprechen, geht gar nicht, denn alle Arbeitskräfte hier sprechen kein Arabisch. Die Luft ist nicht so gewürzt von orientalischen Gerüchen wie wir das aus anderen Ländern kennen. Gelegentlich sieht man arabische Menschen, klingt komisch, ist aber so. Ab und zu höre ich ägyptische Laute. Alles ist leider ein bisschen steril. Trotzdem bereuen wir das Herkommen nicht. Morgen wollen wir auf das höchste Gebäude der Welt, Burj Khalifa. Wir berichten.

(2) Heute haben wir die „kopflose“ Metro eingeweiht, d.h. es sitzt kein Fahrer drin. Am Bahnsteig sind quasi Glaswände VOR den Schienen und die Bahn fährt DAHINTER ein. Alles auf Stelzen, wie bei uns früher die Magnetbahn, außerdem wird den Fahrgästen gezeigt, WIE man aus-und einsteigt

Kein Graffiti, kein Schmutz zu sehen. Wir waren auf dem Burj Khalifa, die Fahrstühle sausen unglaublich schnell hoch und runter, von Übelkeit nichts zu merken, ich hatte allerdings mein Pflaster. Wir waren in ca. sechshundert Meter Höhe, da konnte man erst mal sehen, wie viel Sand um uns herum ist Die englische Sprache geht hier ganz eigene Wege, niemand braucht eine Scheu zu haben zu reden. Unser Hotel ist erst vor zehn Monaten erbaut. Gestern Abend haben wir auf der Terrasse den deutschen Geschäftsführer aus Darmstadt kennen gelernt. Die Videos von gestern Abend im Dunklen waren ein Rundum von der Dachterrasse. Heute war es echt warm und sehr diesig. Das Aquarium im Khalifa ist einfach toll. Die Mall ist wirklich schön, fast leer und riesig.

(3) Überhaupt: Aquarien überall und überall, auch schön: in den EinkaufsMalls, in Hotels…. Viele Einkaufszentren, nein: Malls! Überedel, viel Glanz, viel airconditioned, also fast kalt. Mit Wasserfällen, mit Bögen, alles da, aber wirklich wenige Menschen, die dort rum laufen.

Sehr positiv ist mir aufgefallen, dass die Dubaier, die wir ja hier und da auch im Publikum gesehen haben, oft die Frauen schwarz gewandet (aber darunter, oha, wie gewohnt): die Paare gehen oft Hand in Hand, für mich ein absolutes Novum, und dann noch in der heutigen Zeit, die Väter schieben Kinderwagen wie im heimatlichen Europa, kümmern sich um die Kinder am Tisch (Lokal), erstaunlich, das ist das einzige Wort, das mir dazu einfällt. Auffällig wie immer: Russinnen, die offenbar alles dafür tun, den Vorbehalten und Vorurteilen immer neues Futter zu geben. Fairerweise muss ich natürlich sagen: es gab auch andere, aber derer weniger. Unser Schlafzimmer-Fenster ging auf die Marina raus, wir wollten dort nie hin, weil alles tot aussah, keine Menschen, die da rum gingen, einfach nur Steinwüste. Als wir dann aber doch hingingen, saßen dort ganz viele Menschen, sehr fröhliche Stimmung, nur: davor standen blühende Bäume, deshalb hatten wir von der anderen Seite nichts gesehen. Was «lernt» uns das? Das Gefühl in Dubai: Wir hatten nicht das Gefühl einer Moderne, eines Futuristischen, wir hatten das Gefühl von Science Fiction, und haben überlegt, woher das nun kommt. Wir sind der Ansicht, weil alles inmitten von Sand gebaut ist, als ob die Menschheit von der Erde weg wollte, weg musste und auf einem fremden Planeten einen neuen Lebensraum suchte. Die Highways mit ihren eleganten Bögen, alles in sand-beige gehalten, die überirdische Metro- ebenfalls auf eleganten Stelzen quer durch die Stadt. Auch in Sand-Beige. Am besten haben wir das gesehen vom hohen Turm aus, mit weitem Blick übers Land, hinter den Wolkenkratzern gleich die Öltürme! Und es gibt so SCHÖNE Wolkenkratzer, kunstvoll an den Spitzen, wie Kathedralen. Sehr sehr beeindruckend. Zwischen den Türmen immer wieder eingebaute Terrassen, manchmal mit Swimming Pools, manchmal mit Cafés und Palmen. Vierspurige Autobahnen, viel viel Verkehr Richtung Abu Dhabi zur einen Seite, ich-weiß-nicht-wohin auf der anderen Seite. Durchgängig beleuchtet. Wäre für mich ideal. Kleine Autos gibt es nicht, nur große, luxuriöse und protzige große blanke neue teure Karossen. Die Stimmung generell ist freundlich, gelassen, nirgends Aggressionen, nicht einen Streit beobachtet, allein das ist schon Erholung für sich. Immer wird noch gebaut, ans Wasser ran, das ist schade. Anders als in Hurghada ist der Strand durchgängig «begehbar». Die Strandhotels haben zwar ihre Abschnitte, aber direkt am Wasser darf und kann jeder lang gehen, nichts eingezäunt und abgetrennt wie in Ägypten. NOCH jedenfalls ist das so – das hat uns gefallen. Erstaunlich bei all dem Luxus: Die Strandabschnitte sind ohne Liegen, Sonnenschirme und Toiletten. Keine kleinen Restaurants. Unerwartet. Umkleidekabinen gibt es, das ist praktisch (auch die: silber -futuristisch, Zylinder). Für einen Strandurlaub wäre das für uns nichts, da würden wir z.B. Kenia vorziehen.

 

 

Brigitte Hirschmann-Weiss  (Gast Autor)