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Erinnerung an eine persönliche Reise in die Vergangenheit

Unsere Reise 2008 war eine persönliche Reise in die eigene Vergangenheit, unter diesem Aspekt
und mit diesen Erinnerungen ist der auch anzusehen. Fernab der politischen und religiösen Ereignisse, die 2011 zum Arabischen Frühling führten.
Dort noch lebende Freunde berichten, dass sich im Straßenbild einiges geändert hat: mehr Kopfbedeckungen bei den Frauen, Zurückhaltung bei den Kontakten zwischen (jungen) Frauen und Männern, aber im Wesentlichen alles beim Alten sei.

Pünktlich nachts in Cairo angekommen; das Gepäck schnell da, die ägyptische Agentur gibt uns dort, wie versprochen, die Tickets für unseren Luxor-Zug und der von Uli und Abdel beauftragte Fahrer war auch pünktlich da, uns abzuholen. Vom Flughafen werden aus Sicherheitsgründen Limousinen eingesetzt (wenn man will); deren Kennzeichen werden notiert, im Gegensatz zu den Taxen. Der Preis nimmt sich nicht so viel; ungefähr 100 LE muss man bis Maadi zahlen. Die Tourism Police ist stark in ihrer Präsenz. Wir haben uns die Visa bereits in bei der Botschaft abgeholt. Was man hat, das hat man! Wir wollten nicht unnütz Zeit nachts am Flughafen vergeuden. Deshalb auch die Zug-Tickets im vorhinein. Natürlich hätten wir all diese Formalitäten in Cairo erledigen können – aber wir haben uns gesagt, dass wir bei 1 Woche Cairo jede Minute «für so was» zu schade fänden.

Man weiß, man war da – Es ist vertraut, trotzdem fremd: MAADI. Den Tag davor hatte es geregnet, das ist wie immer an den Autos zu sehen: sie sehen einfach verschlammt aus. Der Schmutz dieser Großstadt liegt auf dem Autoblech. Der Vorteil ist, dass am nächsten Tag dafür die Luft rein und klar ist. Mit Uli sind wir in Maadi spazieren gegangen, alles beguckt, über vieles gestaunt. Da in 25 Jahren natürlich auch Palmen wachsen, sind die Kreisel einfach ein Stück riesengroßer Garten; die Palmen sind so hoch, dass man nicht mehr ÜBER die Kreisel in die Straßen gucken kann. Wir haben sogar einen Wiedehopf gesichtet. Der erste in meinem Leben übrigens.

Hier ist nach wie vor alles staubig und schmutzig, die Armut ist offenbar gewachsen. Das Haus in dem wir lebten ist jetzt wie eine Verkehrsinsel, vorne rum, hinten rum, an den Seiten, überall Autos, Autos, Autos. Neben unserem Haus stehen noch zwei, eines aufgestockt, über den Kanal geht eine Strasse, parallel dem Kanal auch eine Straße, die brausen nur so drum herum. Da möchte ich heutzutage nicht mehr leben, na gut, dann hat man weniger Heimweh. Der Kanal ist endgültig zugeschüttet und mit Bäumen bepflanzt. Straßen, welche bisher am Kanal endeten, sind nun über den Kanal weiter geführt bis Maadi rein (9th St.).
Auf jeder Seite des Kanals sind nun Straßen (auf den Karten lapidar als Canal Street aufgeführt, was verwirrt, denn der Kanal dazwischen wird nicht mit eingezeichnet).

: Mustafa Kamal Square, liegt mitten in der 15.
Maadi Club hat keine Pferde mehr, ist auch alles zugebaut und hoch gebaut, nicht schön und etwas schäbig.
Fast alle alten Häuser in Maadi entweder abgerissen oder aufgestockt, kaum zu erkennen alles, Maadi wirkt wie eine vollgestopfte Wohnstube. Keine freien Blicke mehr; aber nicht durch die Vegetation, die nun hohen Bäume und Palmen, sondern durch die hohen Häuser. «Entdeckt» hat man in Cairo – auch in Maadi – die Eingänge. Die werden also herausgeputzt, blank, Marmor, edelst, blank und geputzt und: Wachpersonal. Viel weniger Hunde als früher, man munkelt von Chinesen und Koreanern… Auch weniger Katzen. Angeblich laufen die Hunde vor Chinesen davon. Nach Maadi rein geht es über den sogen. flyover, weiter hinten mit flyover aus Maadi wieder raus. Einkaufen tun wir immer noch in der 9. Strasse, es gibt neue Cafés und etliche, wo die Leute sitzen mit Notebooks. UND: es gibt seit einiger Zeit auch McDonald′s! (53, Road 9 , corner of Road 9/Road 86)
Die Gemütlichkeit in Maadi von damals ist fast dahin, aber es hat doch nach einiger Zeit mir wieder seinen Reiz und seinen Charme gezeigt. Aber hässliche überführungen. In der ganzen Stadt und machen das Straßenbild kaputt. Viele Mädchen und Frauen mindestens mit Kopftuch, einige total verschleiert in schwarz. Gefällt uns allen nicht. Aber auch durchaus moderne junge Frauen. Untereinander und miteinander scheint es aber doch relaxt zu sein. Wir fahren meist mit der Metro, sehr billig, prima alles zu erreichen, 1 LE. eine Fahrt, mit Automatensperren wie in Paris, am Ende der Fahrt muss das Ticket wieder in den Automaten gesteckt werden. Bevor man dieses einführte, bestanden die Bahnhöfe aus gelben Schnitzeln. Metros UND Stationen recht sauber und sehr gut ausgeschildert. Uli erzählte uns, dass es im Fernsehen eine «Einführung» für die Metro-Benutzung, auch für Schulkinder, gab. Die beiden ersten Waggons sind in der Regel bis 20 Uhr nur für Frauen. Hat den Vorteil, dass man als Frau wirklich bequemer fährt, weil diese Waggons nicht so voll sind. Es heißt aber nicht, dass in den anderen Wagen keine Frauen fahren würden, nein durchaus nicht. Die Wagen sind gekennzeichnet mit roten großen auffälligen Schildern über den Türen. Völlig verschwunden sind die früher drinsitzenden Bäuerinnen mit ihren Hühnern; die Menschen scheinen sich extra «gut» anzuziehen. Trotz Gedränge, keine Fehlverhalten, kein Gemaule, offene aber freie Neugier, oft werden wir angesprochen, und: helle Augen nach wie vor sehr sehr beliebt. Auch «Welcome to Egypt» – immer noch aktuell, das zu hören.
Merkwürdig: die Metros fahren irgendwie auf der falschen Seite. In Maadi Station muss man eine Treppe hoch, damit man in Richtung Station SADAT kommt, während der Zug nach Helwan vor dir links weg fährt. Von Old ? Aber der Autoverkehr ist rechts…
Es gibt mehrere Übergänge über die Schienen, auch für Fußgänger, eine auch für Motorräder usw. m Die Station bei Abdel und Uli ist Sakanat; für unsere Ecke wäre es die Station El Maadi – wie damals schon. Die Gezira-Station heißt übrigens jetzt Opera, die hat
ein japanischer Architekt entworfen mit wohl auch japanischen Sitzgrößen. Man munkelt,dass diese Sitze nicht so ganz dem Gardemaß vieler Ägypter entsprechen. Ein sehr hübsches Arenal.
Die Ägypter fahren im übrigen mit ihren Autos sehr viel zivilisierter als früher. Warum? Nicht freiwillig, das kann man schon sagen, aber es sind massig Schwellen auf die Fahrbahnen gesetzt, da kann man nur noch rüber schleichen. übrigens in ganz Ägypten auf den Straßen.
Eingekauft wird immer noch in der 9. Straße, in der (hier hinter der Überführung, Flyover) die Metro Station ist, Kentucky Fried Chicken, die Post, die Tankstelle, die kleine Moschee. Alles noch da (Gomaa ist weg, dafür ein anderes Geschäft). Nur dass hinter diesen Gebäuden hohe Häuser gebaut sind.
Wo hier rechts der Baum steht (kleine Verkehrsinsel), war unser Parkplatz früher mit einem Flammenbaum. Leider kommt die Blütezeit erst noch. Rechts aus dem Foto raus geht es zum - und Bierladen und zum Internet-Café. 1 Std 3 LE. Sehr günstig.

Und: immer noch gehen wir Fußgänger auf der Straße. Mir war das noch sehr vertraut; die üblichen Handbewegungen zum Autofahrer führen immer 100%ig zum Erfolg, meist lachen die Fahrer oder Fahrerinnen einen daraufhin auch an. Manch einer ist versucht, den «richtigen» Bürgersteig zu benutzen, was sich als äußerst schwierig erweist: Erstens sind die Kantsteine extrem hoch, kniefeindlich, die Bürgersteige manchmal nur von kurzer Länge (genau vor einem Haus), so dass man wieder auf die Straße ausweichen muss, oft werden die Fußwege, also Bürgersteige, mehr oder weniger hübsch bepflanzt, sieht ja auch nett aus, oder es stehen Straßenlaternen drauf, Verkehrsschilder, oder die Platten haben einfach ein Loch oder sind sonst irgendwie kaputt, oder irgendetwas parkt schlicht drauf. Auch vor «unserem» Haus sind die Bepflanzungen sehr hübsch, aber eigentlich sind es nun mal Bürgersteige. Zweckentfremdete, sozusagen.

Uli und Abdel haben eine sehr schöne Wohnung, ohne Heizung, so dass wir mit dicken Socken ins Bett gehen, dank Tchibo mit kariertem Flanell-Schlafanzug und Kurti auch. Abends sitzen wir mit warm blasender Air Condition oder einem Heizstrahler. Das ging prima. Tagsüber schön warm, sonnig. überhaupt: Uli und Abdel! Was für warmherzige und gastfreundliche Freunde. Uli kocht jeden Tag etwas anderes und immer Ägyptisch. Ich glaube, extra für uns, damit wir die Ägyptische Küche kennen lernen. Es war riesig toll, bei ihnen zu sein, und dann auch noch in Maadi!

Die Bauwut der Ägypter ist ungebrochen. Viel Leerstand von Häusern und Wohnungen. Die alten Gesetze von Nassr und Sadat holen Cairo ein: eine Wohnung hat eine monatliche Miete von 25 LE; diese Wohnungen sind in der Regel sehr groß, um 200 m², manchmal mehr. Für dieses Geld kann kein Vermieter das Haus instand halten oder renovieren oder sonst was tun, raus gehen die Mieter natürlich nicht, vererben das von Generation zu Generation. Was bleibt dem Vermieter? Er baut obendrauf, und hier kann er «normale» Miete verlangen und bekommen. Hat zur Folge (das war schon früher so), dass die Statik des Gebäudes (was überhaupt keinen zu interessieren scheint) dafür nicht geeignet ist und das Gebäude zusammen kracht. Ich kenne das noch von Zamalek früher (Insel mit dem Cairo Tower); in Maadi scheint das bisher noch nicht passiert zu sein.
Ein anderes Phänomen ist, dass (was fast alle von der Türkei kennen und früher von Spanien und ) bei neu gebauten Häusern oben die Moniereisen stehen gelassen werden:
Den Grund sollte man wissen, bevor man sich wundert oder die Ägypter für verrückt erklärt: Eine Grundsteuer muss erst bezahlt werden, wenn ein Bau, ein Gebäude fertig ist. Man lässt hier also die Moniereisen stehen, damit man weiter bauen kann, z.B. für den Sohn, wenn er eine Familie gründet. So stehen also Tausende, Zehntausende Gebäude und Wohnhäuser oder Hütten mit den Moniereisen da. Hässlich, aber vielleicht müsste man das Grundsteuergesetz ändern.
Allerdings stehen lt. Uli und Abdel in Cairo fast dreieinhalb Millionen Wohnungen leer. Aber diese Bauwut: gib einem Ägypter ein paar Steine und er wird zumindest eine Mauer (nichts dahinter) bauen. An den Seiten noch nicht fertig, wird aber ein eingebautes Tor oder Tür mit einem Schloss zugemacht. In jede Lücke, besonders Cairo, auch Maadi, wird ein Haus rein gepfropft. Niemand kann uns erklären, warum soviel Leerstand ist und warum andererseits so viel gebaut wird. Andererseits existiert ein dramatischer Bevölkerungszuwachs von jährlich 2,1% stellt die Industrie- und Nahrungsmittelproduktion, den Wohnungsbau, das Gesundheitswesen und das staatliche Ausbildungs- bzw. Arbeitsbeschaffungsprogramm vor enorme Herausforderungen. Fast 40% der Bevölkerung konzentrieren sich in den städtischen Ballungszentren. Fast 40% der Bevölkerung sind zudem jünger als 15 Jahre. In den letzten Jahren wurde verstärkt versucht, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um den Problemen des starken Bevölkerungswachstums zu begegnen. Die seit 1966 durch die Regierung propagierte Familienplanung und Geburtenkontrolle wird zwar von den Massenmedien und sogar von den religiösen Lehrern der Al-Azhar-Universität, der Hauptuniversität des Arabischen Raumes, unterstützt, bzw. eingesehen; aber erst wenn sich auch die Sozialpolitik ändert, wird sich dieser Ansatz der Regierung durchsetzen können. Zur Zeit stellt der Zusatzverdienst der Kinder die Unterstützung der Altersversorgung der Eltern dar, die aufgrund der niedrigen Löhne und Renten- bzw. Sozialversicherungen ansonsten unzureichend wäre.

1. Tag, Mittwoch,

hielten wir uns natürlich in Maadi auf, ist ja klar. Wir haben zusammen zu Hause Mittag gegessen und sind dann mit der Metro bis SADAT (es gibt auch noch die Stationen Nassr und Mubarak !!) gefahren, um uns die Innenstadt anzusehen. Noch steht die amerikanische Universität dort, sie soll ausgelagert werden.
Wir waren auf dem Talaat Harb Square, sind über die Quasr de Nil bis zur Oper, anschließend in die Talaat Harb Street, waren im Falafel-Restaurant und sind anschließend nach Hause und erschöpft aufs Sofa gefallen. So viele Metro-Treppen hoch und runter. Nachträglich ist uns aufgefallen: Haben wir überhaupt irgendwo in Cairo eine Rolltreppe gesehen? Nicht einmal am Flughafen…

Die Talaat Harb: viele kleine Geschäfte, voll mit Satellitenschüsseln, ungeheuer viel Elektroniksachen, Handys, Computer, Drucker, Zubehör. Erstmals gibt es eine Shopping Mall in dieser Straße, denn Kaufhäuser gibt es bis heute nicht. Eine zweite Shopping Hall sehen wir neben dem Hilton-Hotel am Ägypt. Museum. In diesem Hotel haben wir ab und an uns erholt von unseren läuferischen Leistungen, frisches Bier, ein komfortables und sauberes Klo, was will der Mensch mehr?
Sittsamer Islam: Es gibt wirklich aufreizende, auch sehr farbige Unterwäsche für Frauen. Erstaunlicherweise sitzen dort als Verkäufer Männer.
Männer oft auch in den Toilettenanlagen. Ich habe sie vor die Tür geschickt, wenn sie putzten und ich dort hinein wollte. Sie haben dann geduldig draußen gewartet. Tja.

2. Tag, Donnerstag

Wir fuhren mit Taxi direkt zur Zitadelle ; viele Touristen, stärkere Kontrolle, aber auch hier harmlos und freundlich.

Wenn doch nur die Toiletten auch frauen-freundlicher wären… Genereller Tipp: Entweder weite Hosen zum Hochkrempeln oder Röcke zum Hochraffen. Dann gilt: Augen zu und durch. Hilfreich: verpackte Sagrotan-Tüchlein dabei haben. Immer auch Papiertaschentücher, deutsche Marken sind haltbarer ☺

Und von dort mit Taxi (große Verhandlungen mit Abzockern, muss man sagen) zur
Sultan Hassan-Moschee und anschließend weiter in den immer noch wunderbaren Khan el Khalili.

Wir hielten einen Taxifahrer an, um nach Maadi zu kommen. Von dort nach Maadi gibt es keine Metro-Verbindung, leider. Was wir nicht wussten, wir hatten offenbar einen verhaschten oder sonst wie gestörten Fahrer. Er hielt an, bis er von überall angehupt wurde, bis ich schließlich auf sagte, dass wir HEUTE nach Maadi wollten und nicht morgen. Da gab er fast Vollgas. Dieses Spielchen wiederholte sich immerzu. Drehte sich immer zu mir rum und fragte MAADI? Und ich: ja, Maadi die Corniche lang. Wir fuhren über den Nil, das war falsch, das wusste ich, nur hatten wir keine Ahnung, WO wir uns befanden, bis ich Giza Botanischen Garten las. Da waren wir schon ne Stunde unterwegs. Wir raus. Dazu muss ich sagen, dass unser Handicap den vollen Urlaub lang darin bestand, kein kleines Geld zu haben, kein Fakka, no Change, auch nicht von Euro. Dies hatte ich vergessen: Wer immer nach Ägypten fahren möchte: lasst Euch kleine Scheine für das Ägyptische Geld geben, unzerrissen, und nehmt viele kleine Euroscheine mit. Die armen Ägypter, alle hatten irgendwelche Euro-Münzen in der Hand und niemand konnte damit etwas anfangen. Die Banken sind ja in allen Ländern so stur, sie wechseln einfach keine Münzen um, was ich für einen Skandal halte. Wir haben manchmal Euro-Münzen in LE getauscht; aber am Schluss standen alle, die wir kennen gelernt hatten, ohne Kleingeld da. Für diesen Fahrer hatten wir jedenfalls auch nur noch Euro-Münzen. Wir draußen und er rast ums Auto rum und will Kurti an die Wäsche. Ich spreche zwei Ägypter an und sage, dass dieser Fahrer nicht so recht in Ordnung ist. Sie halfen erst mal nicht, fuhren aber jedenfalls nicht weg, denn ich hatte mit ihnen Arabisch gesprochen. Sie warteten offenbar ab. Ich sagte dann, wir holen die Polizei und gingen über die Straße zu einem der Wachthabenden, den ich gar nicht ansprach, weil der Taxifahrer gleich hinterher rief, dass alles okay sei. Vor Aufregung haben wir versäumt, die Taxi-Nr. aufzuschreiben.
Wir rannten rum, fanden keine Metrostation und hielten dann einen Fahrer an, der auch behauptete, er kenne Maadi und auch die Corniche. Als wir dann wirklich auf der Corniche waren, fragte Kurti den Fahrer, ob dies die Corniche sei, was ihm bejaht wurde.
Vielleicht war der erste Fahrer doch verunsichert ????

3. Tag, Freitag

Für diesen Tag hatte Abdel ein Arrangement mit einem Fahrer samt prima Auto getroffen. Bahaa holte uns ab; wir fuhren in Maadi über die neue Mounib-Brücke (diese überquert die sogen. Goldinsel/ el Dahab)

Mit der Fähre setzten wir über den Nil
2001 war ein Streit um die Insel El Dahab ausgebrochen, auf der rund 30 000 Personen leben. Als dort die Bauern umgesiedelt werden sollten, marschierten ihre Frauen schnurstracks zur großen Mounib-Brücke, die genau über El Dahab (Insel) führt. Sie setzten sich mitten auf die Fahrbahnen und blockierten stundenlang den Verkehr. Die Regierung gab nach, und in einem Dekret wurde festgehalten, der Staat dürfe besiedeltes und landwirtschaftlich genutztes Land nur dann an sich nehmen, wenn dies der Bau von Strassen, Flugplätzen oder Häfen erfordere.
Jetzt gibt es Streit um diese Insel: Kursaya
Auf Kursaya, einer immer noch ländlich geprägten Insel im Nil bei , plant die Regierung eine Parkanlage. Die Bauern der Insel befürchten, vertrieben zu werden. Die Regierung scheint sie nicht in ihre Planung einzubeziehen.
Auf der im Nil bei Kairo gelegenen Insel Kursaya leben rund 5000 Bauern und Fischer. Ihre Häuser sind so klein und niedrig wie diejenigen in den meisten ägyptischen Dörfern. Die Felder sind abgeerntet, auf einigen weiden trotzdem Kühe. überall flattern Tauben auf.. Kursaya ist eine ländliche Idylle mitten im lauten, überbevölkerten Kairo.

Die Regierung plane, alle Inseln im Nil zu Erholungsgebieten für die Bewohner der Hauptstadt zu machen. Es seien Parkanlagen geplant, auf ungenutztem Gelände. Die Zuhörer bleiben skeptisch.

nach EL HAWAMDIA (Zuckerfabrik), von dort durch Memphis mit den dort stehenden wunderschönen Palmen-Wäldern:

Memphis hat jetzt ein Museum. Auch mit Ramses. Versehentlich habe ich zugestimmt, dort hinzufahren. Hatte nicht mitbekommen, dass das Museum gemeint war. Wir fuhren weiter Richtung Saccara. Ich war so enttäuscht: ein klinisch sauberes Museum, mit großem leeren Parkplatz, großzügiger Anfahrt; von der Weite der Wüste nichts oder kaum zu spüren. Wir haben nicht mal die Reitställe gesehen.

Von Saccara sind wir nach Giza zu den Pyramiden. Ein totales Durcheinander, wieder die berühmten Sicherheitssperren; ich habe meine Taillentasche gar nicht abgenommen; interessierte niemanden. Das war praktisch.

Auch die Pyramiden sind zugebaut, zugepflastert, ein großer Parkplatz für die Reisebusse und ein anderer großer für die PKW. Die Ägypter sitzen auf den Steinen rum und alles ist schmutzig, in irgendwelchen abgetrennten Stellen ist unten drin alles voller Müll.

Die Pyramide wurde von einer massiven Umfassungsmauer umgeben, die allseits einen über 10 m breiten gepflasterten Hof bildete. Weiter nördlich, westlich und südlich lokalisierte man Wallreste, die wohl die Abgrenzung des ganzen Komplexes bildeten. Auf der Südseite, außerhalb der Umfassungsmauer, liegen die Reste einer Nebenpyramide (Nr. G2a). Es ist strittig, ob es sich bei dieser Pyramide um eine Kultpyramide oder das Grab einer Gemahlin des Chephren handelt. Der Taltempel der Chephren-Pyramide liegt unmittelbar neben dem Sphinx-Tempel am ehemaligen, antiken Hafenkai des Pyramidenbezirks. Der bauliche Zustand ist heute noch ausgezeichnet. Errichtet wurde er aus großen Kalksteinblöcken, die mit polierten Granitplatten verkleidet wurden. Irre interessant das Boot1954 wurden südlich der Cheopspyramide, unter gigantischen Kalksteinplatten zwei Gruben entdeckt, in denen jeweils ein zerlegtes Schiff lag. Eines der Schiffe wurde von dem Restaurator Ahmed Youssef wieder hergestellt.Er verband die 1224 Einzelteilen mit Hanfseilen, die er durch bereits vorhandene, u-förmige Löcher in den Planken zog. Nach jahrelanger Arbeit wurde das Schiff in einem bootsförmigen Museum im Süden der Cheopspyramide ausgestellt. Das 43,3 Meter lange Schiff ist zwar aus Holz, ahmt aber die Form eines Papyrusbootes nach.

Der Sinn der Bootslegungen wird mit folgenden Theorien erklärt: Die eine besagt, dass der auferstandene König mit den Schiffen zum Himmel, dem Wohnort der Götter, „fahren“ sollte. Das 43,3 Meter lange Schiff ist zwar aus Holz, ahmt aber die Form eines Papyrusbootes nach. Der Sinn der Bootslegungen wird mit folgenden Theorien erklärt: Die eine besagt, dass der auferstandene König mit den Schiffen zum Himmel, dem Wohnort der Götter, „fahren“ sollte. Aber warum wurden dann die Schiffe zerlegt vergraben? Diese Frage erklärt die andere Theorie: Das Schiff war nicht zur Reise nach der Auferstehung gedacht, sondern brachte den Leichnam des Königs und seine Grabbeigaben zur Pyramide. Da die beim Transport zur Beerdigung verwendeten Gegenstände „verflucht“ waren, wurden sie vergraben.

Schön war der Spaziergang von den Pyramiden oben rüber zur Sphinx. Da gab es noch den großen weiten Blick Richtung Wüste und Saccara.
Schade, dass wir das per Foto nicht derart wiedergeben können; denn es war wirklich wunderschön.

Wir «verloren» Bahaa, beobachteten, wie die Ägypter in gewohnter Manier bei den Kutschen mit den Peitschen auf die Pferde eindroschen.

Wir mussten wegsehen.
Auch hier ist unmittelbar vor dem Eingang zu den Pyramiden ein großer Parkplatz, ordentlich und mit Beton, natürlich, entstanden.
Und: unfertig

Bahaa tauchte hier auf und fuhr mit uns zum kleinen Restaurant, in dem wir alle früher auch zum Essen waren. Was für ein wunderbarer blühender Garten hinten am Restaurant mit vielen Stühlen und Tischen. Hier gab es immer Unmengen Hähnchen, aber auch Tahina etc.
Welch schauderhafte Umgebung; es wird gerade auch hier wieder eine große Überführung gebaut, direkt vor die Fenster der Häuser, und arm und Müll, voller Autos, die stecken bleiben, ein voll gemüllter Kanal.

4. Tag Samstag

sind wir gemütlich los mit der Metro zum Koptischen Viertel, Hängende Kirche.

Dann sind wir weiter zur Oper, um sie am Tag zu sehen, aber sie war weitaus stimmungsvoller in der Nacht, zumal die , die dort abends immer gespielt wird, fehlt. Dem Opern-Gelände sind (natürlich auch hier durch einen Metalldetektor, um den wir ja immer rum gingen) zugeordnet, ein Museum und einige andere Angebote. Am Schluss sind wir auf der Insel Gezirah em Nil entlang gegangen. Die Ufer haben sie als Park mit kleinem Eintritt zurecht gemacht, um so ein wenig dem Müll entgegen zu wirken. Was auch gelingt. Nur, dass wir am Schluss über einen Zaun klettern mussten, da es einen Ausgang einfach nicht gab. Also, es gab ihn, aber der war verschlossen. Unser Ziel war das Marriott-Hotel, um mal wieder eine Phase der Erholung mit Toilette zu haben. Erholung für Füße, Knie und Blase.

Ach ja: Wunderbar und erstaunlich: es fliegen keine Flugzeuge mehr über der Stadt. Wenigstens ein wenig Umweltbewusstsein.

Anschließend gingen wir über die Brücke 26. Juli bis zur Metro-Station Nassr, suchten in Maadi das Haus von Kiki und Daniel.
Wurden leider nicht fündig.

5. Tag, Sonntag

Wir wollten unbedingt nach Wadi Digla. Lt. Karte nicht weit weg von Maadi, lt. Wikipedia jetzt ein Naturschutzgebiet. Nur:
niemand scheint es zu kennen. Alle kennen dafür den (neuen) Club Wadi Digla (oder Degla). Uli fragt also einen Taxifahrer, der das angeblich kennt (mich ließen meine Sprachkenntnisse dabei in Stich). Er fährt uns zielsicher zum Club. Den begucken und besichtigen wir, trinken was und gehen bei der Gelegenheit gleich mal wieder auf die Toilette, was ja ein Thema für sich geblieben ist. Wir fragen im Club, wie wir ins Wadi kommen. Niemand hatte Ahnung. Wir raus und einen Taxifahrer gefunden, der hatte zwar nur noch einen Zahn, aber er brachte uns zielsicher hin. Nach einer Stunde sollte er wieder da sein, uns zurück zu fahren, denn dort war zwar ein großer Parkplatz, aber ohne Autos oder gar Taxen.

 

5 LE Eintritt. Der Eingang ist eine sehr flache Stelle, da waren wir früher nicht, aber trotzdem interessant, da mal hingegangen zu sein.
Amerikaner benutzen das Wadi zum Joggen oder als Hundeauslauf. Rechts: vom Wadi hin zum Ausgang.
Der Einzahn brachte uns zurück nach Maadi (wir fuhren durch ganze Städte in Digla, hohe Häuser), dort stiegen wir in die Metro und fuhren zum Ägyptischen Museum, welches in der Tat von massenhaft Touristen besucht wird.

 

Das Ägyptische Museum ist seit Jahrzehnten überfüllt – auch wenn ich persönlich finde, dass es einen besonderen Charme versprüht, dass nicht alles so ordentlich und sortiert ist. Jedenfalls soll dieses Museum nach El Fayoum ausgelagert werden. Was im einzelnen in diesem Gebäude verbleibt, ist uns bisher nicht bekannt. Kaum Einheimische kommen, denen ist der Eintritt zu teuer.
Die Eintrittsgebühren finanzieren die Altertumsverwaltung in Kairo.

Hier Ausschnitte aus einem Interview mit Dr. Wafaa El-Saddik, Leiterin des Museums:


Das neue Museum kostet Milliarden. Es ist das größte Museum der Welt und wird hunderttausend Objekte zeigen. Die Anlage umfasst 110 Hektar inklusive Kulturzentrum, Imax-Kino und eines Kindermuseums. Die Tutanchamun-Schau soll auch dazu beitragen, das Interesse an der altägyptischen Kultur zu wecken, und die Menschen motivieren, nach Ägypten zu kommen.
Frage: Fast 50.000 Tickets wurden bereits vor Beginn der Ausstellung verkauft – wie hoch sind Ihre Erwartungen?
El-Saddik: Ich rechne mit mindestens 800.000 Besuchern, vielleicht sogar einer Million.
weiter: In den Kellern des Museums gibt es mehr als hunderttausend nicht inventarisierte Objekte. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, den Keller aufzuräumen. Es ist der Hauptspeicher für alle archäologischen Funde Ägyptens, hundert Jahre oder länger wurde hier alles deponiert. Es tauchen zahlreiche vergessene Objekte auf. Wir könnten damit mehr als fünfzig neue Museen ausstatten. In das neue Museum von Sakkara kommen 20.000 Objekte, weitere Museen werden in Suez, Sharm El-Sheikh und El-Arish gebaut.

Wafaa El-Saddik
(Jahrgang 1950, studierte Ägyptologie in Wien und lebte 15 Jahre lang in Köln. 2004 kehrte sie als Direktorin des Ägyptischen Museums nach Kairo zurück)

Wir sind jedenfalls hinterher wieder gepflegt ins Hilton, und? Klar, Toiletten.
Zum Thema Sicherheit und Kontrollen muss man wissen:
Sicherheit wird in Ägypten nicht nur groß, sondern sehr groß geschrieben. An jeder Ecke steht ein Polizist oder Soldat mit Maschinenge wehr und bewacht die Touristen, jeden Museumseingang, jeden Hoteleingang ziert ein Metalldetektor, an allen möglichen Stellen werden die Taschen kontrolliert und sogar auf dem Schiff fuhren Soldaten mit MGs mit und stellten sich sofort am Eingang auf, sobald das Schiff irgendwo anlegte. Auf der anderen Seite sollen aber die Touristen so wenig wie möglich durch diese Sicherheitsvorkehrungen gestört werden, wodurch sie nicht immer umgesetzt werden. Meist reicht es aus, durch die piependen Metalldetektoren durchzugehen, seine Kamera in die Höhe zu halten, die natürlich ein Piepen provoziert, und dann wie selbstverständlich weiter zu gehen. Wir sind entweder an diesen «Toren» vorbei gegangen und haben auf Ägyptisch die Soldaten gegrüßt und sie nach ihrem Befinden gefragt oder durchgegangen auf die gleiche Art und Weise. So schien uns das Sicherheitssystem ein wenig schizophren. Lediglich die Zitadelle und das Ägyptische Museum stellten Ausnahmen dar: wir mussten durch und unsere Taschen zeigen. Aber auch dies war völlig relaxt. Und mit bisschen ägyptischem Geschnatter war das alles schnell vorbei.
Die ägyptische Regierung ist sehr darum bemüht, die Sicherheit für die Touristen, die immerhin eine der größten Einnahmequellen des Landes sind, wiederherzustellen. Daher hat man an allen Orten wo sich normalerweise Touristen aufhalten eine sehr hohe Präsenz von stark bewaffneten Polizisten. Dies beginnt bei einfachen Patrouillen von Polizisten durch die Straßen von Touristenorten. Knotenpunkte und Sehenswürdigkeiten sind meistens zusätzlich durch einen festen Polizeiposten gesichert. Hierbei handelt es sich meistens um ein Polizeifahrzeug, plus mehrere Soldaten hinter mobilen Stahlschutzwänden. Auch frei zugängliche Geldautomaten werden rund um die Uhr durch mindestens einen Polizisten geschützt.

6. Tag, Montag

Schönes Wetter, die Sonne wärmt, einfach ein Traum. Aber: in der Sonne zu heiß, im Schatten zu kalt. Wir sind mit Uli und Abdel in den Club am Nil gegangen; der gehört zum Maadi-Club. Da waren wir früher auch immer alle. Ein wahrlich herrlicher Fleck, sehr leer im Übrigen.

Wir sind zusammen noch mal über den Zouk in Maadi (hinter den Gleisen) gebummelt.

Danach sind Kurti und ich mal wieder ins Internet-Café.

7. Tag, Dienstag

Wir wollten unsere Postkarten verschicken und begaben uns auf den Pfad der Post-Erkundungen: Wir benötigten noch 1, EINE!,
Briefmarke (150), wir gehen ins Postgebäude (immer noch da wie früher) und geben die Postkarten ab. Zum Kaufen der Briefmarke müssen wir raus: 3. Tür links wieder rein, also ums Haus rum, Briefmarke holen (mindesten 7 Menschen sitzen da rum), wir kleben die Marke drauf und gehen die 3 Türen wieder zurück zum Abgeben.

Und dies musste nun mal sein: die DEO! Mit der Metro wunderbarst bis Dokki, wir haben uns dort angemeldet, bekamen Besucherausweise, klönten mit dem Direktor und hatten «Auslauf» auf dem Schulgelände.

 

Anschließend sind wir zurück zur Metro bis SADAT (Tahir Square), sind durch die Innenstadt gegangen, aber wirklich nichts Neues oder Interessantes gesehen; wir kannten uns ja nun entschieden gut aus. Es war stickig, heiß, nirgends eine Toilette (auf die wir uns gesetzt hätten…)
Also zur Metro und nach Hause, nach Maadi.

8. Tag, Mittwoch (6. Februar)

Wir sind alle um 5 Uhr aufgestanden (die Armen), da uns Bahaa um 6 Uhr mit dem Auto abholen wollte, um uns zur Station Giza zu bringen für den Zug nach Luxor. Abfahrt 7.40 Uhr. Alles leer, Tourism Police, einige Fahrgäste, keine Toilette für mich, unmöglich, kalt, dunkel. Aber schließlich fuhr der Zug um 8.15 ab. Bis zuletzt hat Bahaa mit uns ausgeharrt.


Nachsatz: Wir waren sehr bemüht, uns den Traditionen der Ägyptischen Welt insoweit anzupassen, dass wir Händchenhalten einschränkten und Küsschen auf der Straße einfach ließen. Bei so vielen Stunden, die wir unterwegs waren, ist uns das doch manchmal schwer gefallen, denn es gab oft so wunderbare Dinge, die wir erlebt und gesehen haben, dass wir uns gern richtig umarmt hätten.

Was jeder sehr schwer verstehen kann: die Frage des Mülls. Wir lasen und hörten, speziell in Cairo sei der Müll so gegenwärtig. Dies können wir so nicht bestätigen. Wir sind mit dem Zug von Cairo nach Luxor gefahren – tagsüber, wohlgemerkt. überall waren Massen von Müll, später auch in Hurghada.

 Der Ägypter ist in seinem persönlichen Umfeld (Haus, Wohnung, er selber) sehr sauber. Die Hotels haben im allgemeinen gute Zimmerreinigungen, das ägyptische Auto ist blank, Anlagen rund um die Hotels werden geputzt und gefegt. Im Prinzip wird dann alles Weggefegte in den Rinnstein geschoben (wo man durchaus ja den Müll und den Schmutz noch sehen kann), aber vom Eigenen ist eben der Dreck weg.
Siehe die oben erwähnte rosa Plastiktüre, das war wirklich sehr anschaulich. Typisch auch der völlig saubere koptische Friedhof und an der Mauer nebenan türmt sich Müll und vor allem damit immer verbunden, auch der sogen. Unrat

 Besonders schön war meine eigene Erfahrung, dass die Ägypter in diesen 25 Jahren ihren Typus nicht verändert haben, was Gastfreundschaft, Freundlichkeit und vor allem Humor betrifft. Wir können nur jedem raten, völlig offen in die Gesichter zu gucken, mit einem Lächeln, was zu über 98% zurück gegeben wird. Wir haben sogar die Erfahrung gemacht, dass die verschleierten Frauen (mit darunter wunderschön angemalten Augen, Kajal, Lidschatten, Wimperntusche) sich völlig frei mit uns unterhielten und auch rumalberten. Das fand ich erstaunlich, denn Kurti als Mann war ja dabei. Ich empfinde immer noch die ägyptischen Frauen als sehr selbstbewusst. Sie reden völlig frei mit den Männern, fahren Auto. Mit der Einschränkung, dass wir nicht in den total ärmsten Gegenden waren. Aber ich stimme dem zu: hungern tun die Ägypter nicht, wenn sie auch in der Masse wirklich sehr arm sind.

Bakschisch: ein trauriges, auch manchmal ziemlich nerviges Thema. Da hilft eigentlich nur Humor; wenn einem Waren angeboten werden zum millionsten Mal, die man nicht will: es hilft auch hier nur: Humor, macht es lustig, meistens funktioniert das prima.

Wer kennt das Geheimnis der schwarzen Plastiktüten? Wahrscheinlich niemand, wir auch nicht. Das geht so: Frau Ägypterin Masriya) geht zum Markt einkaufen. Hat der Stand keine schwarze Tüte, Plastiktüte!, geht sie zum nächsten Stand. Alles, was sie kauft, kommt nämlich in eine schwarze Plastiktüte, damit niemand sehen kann, WAS sie gekauft hat. Dann kann Frau A. nämlich nicht darüber klatschen, was Frau B. in ihrer Tüte nach Hause trägt. Erinnert mich an früher: Gingen wir (auch mit ägyptischen Freunden) in eine Bar, hatten alle Plastiktüten dabei, in diesen war der Alkohol, meist Whiskey. Der Ober brachte Cola, ein Griff in die Tüte, das Glas wurde mit Whiskey aufgefüllt und getrunken, Flasche zurück in Tüte. Niemand verzog eine Miene, das war damals einfach in Cairo üblich. Auch bei den Ägyptern. Möge heutzutage anders sein.

Taxis: glaubt alles, was Ihr so lest: Es ist kein Taxameter drin (oder gerade «kaputt»), handelt den Preis vorher aus, steigt aus und zahlt dann. In Cairo gibt es jetzt sogen. gelbe City Cabs (T. l 91 55) sind etwas teurer, aber ebenfalls billig, und sie benutzen einen Taxameter. Allerdings kann man sich auf die nicht hundertprozentig verlassen. Taxis, die vor Hotels warten, verlangen ein Vielfaches des normalen Preises. Geht ein bisschen weiter oder haltet eins an. Und denkt dran: Nehmt Kleingeld mit!!

Einfacher geworden ist das Fotografieren. Wenn früher jemand den Fotoapparat auf sich gerichtet sah, dann hob er wütend die Hände; heute verlangt er sofort Bakschisch. Gibt aber auch viele, die einfach nur freundlich lächeln oder es schlicht ignorieren.

Das wichtigste nach dem Nachhause-Kommen war: Hände waschen. Da hat man wirklich das Gefühl eines (schmutzigen) Erfolges.

Wir werden oft nach der Währung gefragt – wir schreiben z.B. L.E., das ist das Ägyptische Pfund. Wir schreiben auch EGP (EgyptPunds). Aber warum ein L und E?
Aber hier kommt die genaue Erklärung:


«Pfund» kommt vom alten Münzwesen. Das Pfund (engl. Pound, ital. Lira, franz. Livre) ist eine Währungseinheit, die von einem Pfund Gewicht eines Edelmetalls (Sterling, bzw. Sterlingsilber) abgeleitet ist. Als Währungssymbol wird häufig, aber nicht immer, £ verwendet. Also, die Briten sagen »Pfund Sterling».

Das Ägyptische Pfund hat nach dem L (oder £) das E für Egypt hinten angehängt. Die Franzosen sagen: livres égyptiennes (L.E.)
Die Ägypter sagen allerdings – vor allem unter sich – (auch auf der Straße zu hören): Guinee für die offizielle Währung. Guinee, Guinea oder Guinée ist ein alter Begriff/Wort für Pfund, das in England in gehobener Sprechweise manchmal heute noch benutzt wird.

Banknoten gibt es in Stückelungen zu 1, 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Pfund, sowie zu 5, 10, 25 und 50 Piaster. Da die Ägypter Geld entweder als einfach zusammengefaltetes Bündel, ggf. mit Geldklammer, oder in Portemonnaies ohne Münzfach bei sich tragen, spielen im alltäglichen Zahlungsverkehr Münzen keine Rolle, es kursieren praktisch nur Banknoten. Des Weiteren herrscht eine Knappheit an Banknoten der kleineren Werte, also unter 20 Pfund. Milliemes sind nicht mehr im Umlauf. Also: Pfund, Piaster, Milliemes.

Und was wir nicht wussten, Ihr vielleicht:
In Berlin war mindestens bis in die 1980er Jahre, in Köln bis zum Übergang zum Euro die Bezeichnung «Pfund» für 20 Mark bekannt.

Das Geld ist meist weich wie Stoff, entsetzlich schmutzig, oft angerissen oder hat fehlende Ecken. Unbedingt die Scheine beim Bekommen prüfen!

ist auch in Ägypten gegenwärtig.
Wir sahen im Fernsehen vor der Reise einen Bericht über Ägypten, in dem berichtet wurde, dass Ägypten Stoffe aus China importiert und diese dann in Ägypten bearbeitet, d.h. die Stoffe werden verziert mit Pailletten oder Silber- und Goldfäden etc., damit der ägyptische Geschmack berücksichtigt wird.
Meine wunderschöne neue Sonnenbrille, in Luxor gekauft, war ebenfalls «made in China».

Man berichtet: In Ägypten ist alles 〉Made in China〈. In ist auch alles 〉Made in China〈, aber die Chinesen machen für die Deutschen bessere Ware als für die Ägypter.
Wusste jemand, dass die Baumwolle Ägyptens vor ca. 2250 Jahren in Nubien angebaut wurde, allerdings mit sehr kurzen Fasern, welche das Spinnen und Weben sehr erschwerten? Die moderne ägyptische Baumwolle soll von südamerikanischen Vorfahren abstammen, die wohl durch Sklavenrückkehrer nach Nordafrika eingeführt wurde. Diese Sorte (um 1820 beschrieben) hatte eine lange, starke Faser, goldbraun! Ja, wir wussten auch nicht, dass es pigmentierte Baumwolle gab und gibt; nur die weiße war besser zu verarbeiten. Um 1908 entstand die sogen. Amerikanische-Ägyptische Yuma-Baumwolle, heute als Pima-Baumwolle bekannt.
Nicht jeder weiß, dass es von Natur aus farbige Baumwolle gibt. Derzeit stehen nur die Farben Grün und Braun zur Auswahl, während die Indianer Südamerikas noch über lila, rosa, rote, blaue und gelbliche Varianten verfügten.

Unser Bericht geht noch weiter. Wir werden Euch von der sehr informativen und interessanten Zugfahrt von Cairo nach Luxor berichten, wir erzählen Euch, wie zauberhaft die Welt rechts und links des Nils flussaufwärts Richtung Aswan ist . Wie der Aufenthalt in Hurghada war und der Weg mit Konvoi hin und zurück und letztendlich unsere Tour durch vier Oasen, wozu wir durch so wahnsinnig beeindruckende verschiedene Wüsten fuhren und auch gingen, dass wir das kaum wieder geben können.

Und wir erzählen Euch was über Klingeltöne bei Handys, und vieles mehr.

Nationalhymne:

REFRAIN:

Biladi biladi biladi
Lakihubbi wa fuadi
(repeat previous two lines)

Misr ya umm al bilad
Inti ghayati wal murad
Wa alla ku il ibad
Kam lineelik min ayadi

REFRAIN

Misr intiaghla durra
Fawq gabeen addahr ghurra
Ya biladi aishihurra
Wa asadi raghm al adi.

REFRAIN

Misr awladik kiram
Aufiya yaruzimam
Saufa takhti bilmaram
Bittihadhim waittihadi.

REFRAIN (ohne Wiederholungen)

 
 

Diese Hieroglyphen bedeuten: „Guten Tag!“

Klimatabelle Kairo

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 Brigitte Hirschmann-Weiss  (Gast Autor)