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Ein Streifzug durch Brandenburgs Naturpark „Märkische Schweiz“

„Wo schon Brecht den Sommer genoss“

Gar nicht so weit von erreicht man nach ca. 30 km nördlich die .

Ein bezauberndes Landschaftsgebiet, in dem es kleine Seen, Fließe, Steilhänge, Wälder und zertifizierte Wanderwege gibt. Aber nicht nur die Landschaft ist reizvoll, auch die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen laden die Besucher ein und werden für viele zu unvergesslichen Erlebnissen.

Schon Theodor Fontane hat im Jahr 1862 im Buch „Wanderungen durch die Mark “ seine Bewunderung über die Schönheit der Natur Ausdruck verliehen

Die Rundreise beginnt in MÜNCHEBERG, einem kleinen Ort, der schon im 13. Jahrhundert gegründet wurde und heute knapp 7.000 Einwohner zählt. Hier gibt es einige interessante Baudenkmäler. Die noch gut erhaltene Stadtmauer hat eine Länge von 1.800 Metern. Spaziert man auf dem außen angelegten Weg, umrundet man die gesamte Altstadt in knapp 30 Minuten. Über die Mauer hinweg kann man allerdings nicht sehen, sie ist 6-7 Meter hoch.

Ein weiteres Baudenkmal ist der „Berliner Torturm“. Der Volksmund nennt ihn auch „Pulverturm“ weil er früher mal als Pulverlager diente. Er war Verteidigungsturm und wurde um 1319 errichtet. Aktuell befindet sich im Inneren eine sehenswerte stadtgeschichtliche Ausstellung.

Der zweite Verteidigungsturm, „Küstriner Torturm“, hat den Beinamen „Storchenturm“. Auf der kegelförmigen Spitze ist nämlich ein Storchennest. Nicht nur für Kinder ist es ein schönes Erlebnis, wenn die Vögel ihre Jungen füttern oder die ersten Flugversuche unternehmen.  Es gab allerdings auch Jahre, in denen keine Jungtiere zu sehen waren.

Ein weiterer Anziehungspunkt ist die Stadtpfarrkirche St. Marien. Sie wurde im 13. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut und im 2. Weltkrieg zu fast 90 % zerstört. Kleinere Restaurierungsarbeiten begannen zu DDR-Zeiten von 1953-1968. Glücklicherweise konnten dabei einige alte Reliquien gerettet werden, z.B. die Altargemälde und eine uralte Bibel. Dank einer großzügigen Privatspende und Finanzierung durch Fördervereine wurde die Kirche von 1992-1997 wieder vollständig aufgebaut und restauriert. Es entstand ein architektonisch einzigartiges Gebäude aus Glas, Stahl und Holz, in dem vorhandene Substanzen und neue Elemente integriert wurden. Der Turm ist besteigbar, 48 Meter hoch, und man hat eine tolle Aussicht über mit seiner schönen Umgebung. St.Marien wird sowohl für kirchliche als auch weltliche Veranstaltungen genutzt und beherbergt die Stadtbibliothek. Der Veranstaltungskalender informiert über Konzertreihen, Taufen, Lesungen, Filmvorführungen und vieles mehr. Jeden Sonntag um 10 Uhr gibt es einen Gottesdienst, zu dem jeder herzlich eingeladen ist.

Informationen unter: www.stadtpfarrkirche-muencheberg.de  oder  Mail:  info@stadtpfarrkirche-muencheberg.de,  Telefon: 033432-72806

Nordwestlich von Müncheberg erreicht man nach ca.11 km Fahrt die Stadt .

Das ist der Ort wo schon viel Lebenszeit verbrachte. Das Künstlerehepaar Brecht/Weigel wohnte seit 1952 in ihrer Sommerresidenz, die gleichzeitig ein Rückzugsort für sie war. Das heute denkmalgeschützte Haus sowie das weitläufige Anwesen liegen am Ostufer des Schermützelsees. Brecht starb 1956, seine Frau lebte und arbeitete weiter dort bis zu ihrem Tod 1971. Hier entstanden u.a. Brechts Werke wie „Turandot „ und der „Gedichtzyklus Buckower Elegien“. Seit 1977 ist es Gedenkstätte und Museum. Bis heute finden vielseitige Veranstaltungen statt, zum Beispiel der Literatursommer, Ausstellungen und Lesungen. Mehr dazu unter www.brechtweigelhaus.de oder mail: brechtweigelhaus@kulturmol.de

Buckow ist der einzige anerkannte Kneippkurort in Brandenburg, in dem alle Kneipp-Anwendungen  getreu der 5 Elemente seiner Therapie angeboten werden: Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung. Mehr dazu unter: mail@kneipp-und-heimatverein.de

Auch als Familienausflug ist die Stadt eine Reise wert. Im Bahnhof Buckow befindet sich das „Kleine Eisenbahnmuseum“. Hier erleben die Gäste Eisenbahnromantik und können sich an der Sammlung vorwiegend alter Utensilien erfreuen. Alle sind liebevoll geordnet und beschriftet von den Mitarbeitern des Museums, die damit dem Besucher die 120 Jahre Eisenbahngeschichte nahe bringen. Die Öffnungszeiten sind gekoppelt an den saisonalen Zugverkehr zwischen Müncheberg-Waldsieversdorf-Buckow in den Monaten April bis Oktober, aber nur an Wochenenden und Feiertagen. Infos unter: www.buckower-kleinbahn.de.

In der Gemeinde WALDSIEVERSDORF befindet sich ein weiteres Ausflugsziel, das John Haus. In See- und Waldnähe gelegen ist es heute ein Ausstellungsgebäude. lebte von 1891 bis 1968. Er war bekannt durch seine politisch motivierten Fotomontagen, die er als Kunstform erschuf um gesellschaftskritische Aufmerksamkeit zu erlangen. Sein Freund und Weggefährte Brecht ermutigte ihn, dieses wunderschön gelegene Sommerhaus zu kaufen und Kraft zu sammeln, um schöpferisch tätig zu sein.

Mehr Infos: mail: freundeskreis@heartfield.de oder www.heartfield.de

Nach ausgedehnten Spaziergängen oder Wanderungen wird es Zeit, eine kulinarische Pause einzulegen. Was liegt näher, als ins „Altes Forsthaus“, Anno 1527, dem ältesten Gasthaus der Märkischen Schweiz, einzukehren. Bei schönem Wetter kann man im Garten unter einer 150 Jahre alten Linde sitzen. Ansonsten in der urigen Gaststube, die aufwendig restauriert wurde und Gemütlichkeit ausstrahlt. Das Essen besteht größtenteils aus regionalen Produkten. Preis/Leistung stimmt, die Portionen sind üppig und ausgesprochen lecker.

Das Haus ist im Privatbesitz von Familie Pröse. Infos: www.forsthaus-waldsieversdorf.de oder mail: proese@forsthaus-waldsieversdorf.de

Rund 15 km nördlich von Waldsieversdorf liegt das Dorf IHLOW. Hier dreht sich fast alles um Bio, Kunst und Natur. Schon lange ist dieser Ort mit nur ca.130 Einwohnern kein Geheimtipp mehr. Wunderschön und umgeben von einem kleinen Gewässer, zieht es vor allem Naturliebhaber, Künstler, Aussteiger und Biobauern an, die eine alternative, naturnahe Lebensform suchen. Unter dem Begriff „Offene Höfe Ihlow“ haben sich 4 Interessengemeinschaften zusammengetan.

Der Biohof Ihlow beherbergt ein Café und einen Bioladen. Eigens gezogene Produkte werden hier angeboten. Im groß angelegten Garten mit einem kleinen Teich kann man die frische Luft und Ruhe genießen. Inhaber ist die Fam. Rothschild. Wer einen kleinen Urlaub plant, kann auch eine Ferienwohnung mieten. Die Freizeitangebote sind vielfältig: Zelten, Wanderungen, auch zu Pferde, Themenabende, Vorträge und sogar Klavierunterricht stehen auf dem Programm.

Der Hof ist von April bis Oktober geöffnet, mehr unter: www.biohof-ihlow.de oder Tel.: 033437-89789

Das Atelier Zachariashof präsentiert eine zauberhafte Welt des Gartens mit all seinen Facetten.   Hier entstehen Skulpturen, Objekte aus Holz, es gibt 9 Themengärten, wie Kräutergarten, Schattengarten, Rosengarten usw. Die Familie Steinkamp berät und begleitet sie bei ihrer ganz persönlichen Gartengestaltung.

Geöffnet Mai bis September. Mehr dazu unter info@zachariashof-ihlow.de oder www.zachariashof-ihlow.de

In der Kunsthalle Hagedorn betritt man eine Produzentengalerie, die in erster Linie Gemälde ausstellt. Inhaber ist Udo Hagedorn, der selbst Kunstmaler ist und ebenfalls Bilder von Gastkünstlern präsentiert. Mehr unter: atelier@udo-hagedorn.de oder www.Kunsthalle-hagedorn.de

Das Grammat-Antiquariat in der Scheune kauft und verkauft Bücher. So manch ein Bücherwurm hat hier schon ein Schnäppchen gemacht oder sich fachmännisch beraten lassen.

Inhaber Frank Witte, Kontakt: post@grammat.de oder www.grammat.de

Nur ein Wochenende genügt schon, um die Seele baumeln zu lassen, die Schönheit der Langsamkeit zu entdecken, zu entschleunigen und die Natur im wunderbaren Land Brandenburg zu erleben und zu genießen.