Mit Hopfen und Malz durch die Kurpfalz
500 Jahre deutsches Reinheitsgebot

Text und Fotos: von Anneliese Fuhrmann-CoomeeMai 2016

« Euch ist bekannt, was wir bedürfen,
    wir wollen starke Getränke schlürfen »

ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe, der von 1749-1832 lebte und wusste, wovon der sprach.

Bier ist so alt, wie die menschliche Kultur. Die ersten Überlieferungen gehen auf ca. 7000 vor Christus zurück, wo man in China begann, Getreide, wie Weizen und Gerste, zu kultivieren. Konkretere Hinweise auf die Bierherstellung wurden ca. 4000 vor Christus im Gebiet zwischen Euphrat und Tigris überliefert. Zu dieser Zeit entdeckten die alten Ägypter, dass halbfertig gebackenes Brot zusammen mit Wasser vergärt und so ein Teig entsteht, der nach dem Verzehr berauscht. Die Urform des Bieres war geboren.
Spätere Hinweise zum Thema Bier fanden sich dann bei den alten Römern. Sie nannten das Bier cervisia nach der Göttin der Feldfrüchte Ceres und die Kelten bezeichneten es als Korma bzw. Curma.
Zur Zeit des Mittelalters wurden dem Bier unterschiedliche Kräuter, z.B. Heidekraut, Beifuß, Rosmarin, Thymian, Salbei, Kümmel, Johanniskraut u.v.a., beigemischt. Man nannte es die Grut. Und da man Gefallen an der berauschenden Wirkung fand wurde der Trunk zusätzlich mit psychotropen Kräutern wie Bilsenkraut, Tollkirsche oder Pilzen und Stechäpfeln versetzt. Um den Geschmack von schlecht gewordenem Bier zu vertuschen, mischte man darüber hinaus tierische Innereien, wie Ochsengalle, unter.
In dieser Epoche war es üblich, auch Kindern Bier zu verabreichen. Allerdings war der Alkoholgehalt viel geringer als heute, und durch das Kochen der Bierwürze war das Getränk keimfrei, was man vom damaligen Trinkwasser nicht sagen konnte. Bier, auch genannt „flüssiges Brot“, war Grundnahrungsmittel mit wichtigen Nährstoffen und Kalorien. Zur täglichen Ernährung gehörte in allen Gesellschaftsschichten ebenfalls die Biersuppe. Brauen war Frauensache und gebraut wurde damals nur für den Eigenbedarf. Ab und an misslang auch der besten Hausfrau das Bierbrauen und so überlieferte sich die Redensart „bei der ist Hopfen und Malz verloren“. Mit anderen Worten: Es macht keinen Sinn oder es ist müßig, der - oder demjenigen etwas beizubringen.

Die ersten Klosterbrauereien entstanden dann ca. 700 - 800 n.Ch. und brachten in der Folgezeit eine gewisse Ordnung und Weiterentwicklung mit sich. Ursprünglich wünschten sich die Mönche ein nahrhaftes, wohlbekömmliches Getränk zu ihren spärlichen Mahlzeiten während des Fastens. Denn der Genuss von Bier war bei jeder Tageszeit erlaubt: „Was flüssig ist, bricht kein Fasten“. Ab dem 12. Jahrhundert verwendete man beim Bierbrauen als Hauptzutat Hopfen, der damit die Grut verdrängte. Durch Hopfen wurde das Bier haltbarer, transportfähiger und brachte eine geschmackliche Vielfältigkeit mit sich. Verwendung findet nur der weibliche Hopfen.
Das älteste erste deutsche Braukloster befand sich in St. Gallen in der heutigen Schweiz. Der überlieferte Grundriss von 820 n.Ch. zeigt 3 Brauhäuser mit Darre (Trocknung), Malzquetsche, Kühl- und Lagerhäuser sowie eine Böttcherwerkstatt.

Erlass – Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516
Bereits im Jahr 1434 entdeckte man im „Stadt Buch“ im thüringischen Weißensee ein Wirtshausgesetz („Statuta thaberna“), in dem Klauseln über das Benehmen in Wirtshäusern und das Brauen von Bier enthalten waren. Erlaubt sind Hopfen, Malz und Wasser.
Rund 80 Jahre später, nämlich am 23. April 1516, also genau vor 500 Jahren, erließen dann in Ingolstadt die bayerischen Herzöge Wilhelm der IV. und Ludwig der X. das deutsche Reinheitsgebot, d.h. eine gesetzliche Regelung, die die Bierpreise festlegte und bestimmte, woraus Bier gebraut werden durfte.
Zitat:

« Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen »

Der Zusatz von Hefe kam allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt hinzu.

Es ist das älteste gültige Lebensmittelgesetz Deutschlands und steht bis heute für Genuß und hohe Qualität. Zum diesjährigen Jubiläum gibt es in hier zu Lande diverse Ausstellungen und Veranstaltungen.

Braukunst kurz erklärt
Der Beruf des Bierbrauers und Mälzers verlangt umfangreiches Wissen, Leidenschaft und Geschick. Wenn man zwei Bierbrauern die gleichen Zutaten zur Bierherstellung gibt, wird jedes Bier eine andere Geschmacksnuance haben. Eine Berufsausbildung dauert immerhin 4 Jahre. Viele junge Leute drängt es in die Branche. Der Beruf ist krisensicher, denn Bier wird immer getrunken und neue Techniken und Methoden machen die Arbeit interessant und kreativ.
Gebraut wird in 10 Schritten, vom Schroten bis zum Abfüllen.

  • Aus dem gekeimten Getreide, der Gerste, entsteht Malz. Diese Masse wird in einer Schrotmühle zerkleinert, damit sich die darin enthaltenen Stoffe im Brauwasser besser lösen können.
  • Es folgt das Maischen in einem Maischbottich. Das wiederum ist wichtig für den Geschmack des Bieres. Beim Maischen werden Brauwasser und Malz mehrfach erhitzt und wieder ruhen gelassen. Die Temperaturen (60 - 75 Grad) und Ruhezeiten entscheiden über die Vollmundigkeit des Getränkes.
  • Im Läuterbottich setzten sich die Feststoffe ab und die gewonnene Flüssigkeit mit den gelösten Stoffen, d.h. der Würze, fließt nach unten ab. Der im Bottich übrig gebliebene Bodensatz, genannt Treber, bildet einen Filter und muß ständig aufgelockert werden.
  • Die Bierwürze wird anschließend in der Sudpfanne gekocht. Hier wird der Hopfen zugeführt, der über den Geschmack und die Haltbarkeit des Bieres entscheidet. Je mehr Hopfen, desto herber bzw. bitterer ist der Geschmack. Beim Erhitzen setzten sich Eiweißstoffe an der Oberfläche ab, genannt Heißtrub.
  • Der nächste Vorgang ist das Ausschlagen. Darin dreht sich in einem Whirlpool die Würze, der Heißtrub setzt sich in der Mitte ab und an den Seiten wird die Würze abgezogen.
  • Danach kommt die nun klare Flüssigkeit in den Würzekühler und wird mit Sauerstoff versetzt. Der Gärprozess findet je nach Biersorte bei unterschiedlichen Temperaturen statt. Pils z.B. benötigt zur Gärung niedrige Temperaturen. Der Vorteil dabei ist, dass es keimfreier ist und länger gelagert werden kann. Früher wurde Pils nur in den Wintermonaten hergestellt und die Kühlung erfolgte in Eiskellern oder durch Eisbrocken aus zugefrorenen Seen.
  • Das Gären - man unterscheidet zwischen untergärigem und obergärigem Bier. Obergärige Hefen führen zu einem vollmundigen Geschmack und brauchen mehr Wärme, z.B. das Hefeweizen, Ale, Berliner Weiße und Kölsch und untergärige Biere, wie z.B. Pils, Lagerbier, Helles und Exportbier werden tiefer gekühlt. Diese Brauweise setzte sich ab 1841 immer mehr durch. Beim Gären wandelt die Hefe den Malzzucker in Alkohol um. Der Prozess dauert zwei-drei Tage.
  • Der nächste Schritt ist die Reifung in Lagertanks, die je nach Sorte zwischen 2 Wochen und 3 Monaten dauert. Bei der Nachgärung wird der restliche Zucker in Alkohol verwandelt und es entsteht Kohlendioxid. Der hohe Druck im Tank macht daraus die Kohlensäure, die dem Bier seine Spritzigkeit verleiht.
  • Der vorletzte Arbeitsgang ist das Filtern. Um ein klares Bier zu erhalten, muß gefiltert werden damit letzte Rückstände oder Keime entfernt werden. Es gibt aber auch heute noch ungefilterte Biere, denn bei zu viel Filterung kann der Geschmack leiden.
  • Das Abfüllen ist der letzte Arbeitsgang. Handelsüblich sind Flaschen, Dosen oder Fässer, in denen der geliebte Trunk aus Gerstensaft zum Kunden gelangt.

Kurpfälzer Brautradition in Mannheim
Mannheim wurde im Jahr 1607 von Kurfürst Friedrich dem IV. zu Stadt erklärt und liegt idyllisch zwischen Rhein und Neckar. Hier steht das zweitgrößte Barockschloss Europas. Die Stadt hat 311.470 Einwohner und ist als sogenannte „Quadratestadt“, einem einzigartigen gitterförmigen Straßennetz der Innenstadt, bekannt. Angelegt sind 144 Quadrate, die nicht Straßennamen, sondern Buchstaben und Nummern tragen.
Zur besseren Erklärung: Vom Mannheimer Schloß aus gesehen, befinden sich die Häuserblöcke mit den Reihen A-K auf der linken Seite und die Blöcke L-U auf der rechten Seite. Darüber hinaus sind die einzelnen Reihen mit Hausnummern versehen. Man wohnt z.B. A12 oder K25. Die Hausnummer 1 befindet sich je Block aber immer an der dem Schloß zugewandten Ecke.
Es ist für Touristen und Besucher ungewöhnlich und nicht einfach, sich zu orientieren.
Mannheim hat einige Entdecker hervorgebracht. Hier wurde das erste Zweirad im Jahr 1817 von Karl von Drais gebaut, Carl Benz erfand das erste gasbetriebene Automobil und Werner von Siemens im Jahr 1880 den elektrischen Aufzug.

Für Technik Interessierte lohnt ein Besuch im Technoseum, dass neben einer Dauerausstellung auch die Sonderausstellung „Bier. Braukunst und 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot“ im Zeitraum 20.Februar 2016 – 24. Juli 2016 zeigt. Die Ausstellung lädt mit ca. 300 Exponaten zu einer Zeitreise durch 4.000 Jahre Bierbrauen ein. Den Besuchern wird an Hand von Ausstellungsstücken, wie z.B. einer Sudhaube, eines Stammwürzekühlers oder einer Braukutsche, der Brauprozess nachvollziehbar gemacht. Ein Spaß ist das virtuelle Bierbrauen mittels eines Tablets. Kreativ ist auch das selber Bedrucken neutraler Bierdeckel mit Motiv-Stempeln. Ebenfalls eine sinnvolle Erfindung, die man hier ausprobieren kann, ist die sogenannte Rauschbrille. Es gibt sie in unterschiedlichen Promille-Stärken. Der Träger erlebt nüchtern einen optischen Alkoholrausch. Je höher der Promillegehalt, desto verschwommener und diffuser ist die Sicht und Wahrnehmung. Beim Versuch z. B. ein Schlüsselbund vom Boden aufzuheben wird man merken, dass das bei einer 2 Promille-Brille nicht so einfach ist und man garantiert daneben greift. Gerade für Jugendliche ist es eine gute Erfahrung und ein warnendes Beispiel für Alkoholmissbrauch.

Traditionsbrauerei Eichbaum in Mannheim
In Mannheim beheimatet ist die private Traditionsbrauerei Eichbaum, die 1679 gegründet wurde. Das alte Brauhaus ist gemütlich mit Tischen aus Wildeiche eingerichtet, diverse Bierspezialitäten werden den Besuchern ausgeschenkt und auf der Speisekarte stehen leckere Biergerichte. In den Sommermonaten kann man sich Speis und Trank im Biergarten servieren lassen. Und für ganz besondere Anlässe gibt es einen Festsaal.
Der Inhaber, Herr Jochen Keilbach, setzt auf kurze Wege bei der Beschaffung der regionalen Rohstoffe, hohe Qualität und nachhaltiges Wirtschaften. Beliefert werden die meisten Kunden in einem Umkreis von ca. 30 Kilometern. Eine Besonderheit ist das Brauwasser, dass aus dem eigenen, 130 Meter unter der Oberfläche gelegenen Tiefbrunnen, stammt. Es war 5000 Jahre in Stein eingeschlossen und somit keinen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Reinheit garantiert.
Die Brauerei Eichbaum ist Ausbildungsbetrieb und sorgt für Nachwuchs im Brauereigewerbe, auch über den eigenen Bedarf hinaus. Hier wird streng nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Belohnt wurde die Arbeit in der Vergangenheit durch mehrere Auszeichnungen im Rahmen von internationalen Bierbewertungen, was Gold- und Silbermedaillen sowie diverse Urkunden beweisen.

Nostalgie pur – Reisen wie in alten Zeiten
Man hört ihn schon von Weitem, den quittegelben „Postwägeli“ aus dem Jahr 1947. Mit 22 Sitzplätzen und einer Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h ist man gemütlich unterwegs. Souverän steuert Michael Scheller das Urgestein über die Landstraßen. Bloß keine Hektik. Die überholenden Raser interessieren nicht, genießt man doch die schöne Landschaft und Natur. So werden Betriebsfeiern, Rundfahrten, Geburtstage oder sonstige Anlässe zum unvergesslichen Erlebnis. Der Bus ist liebevoll geschmückt, mit Blumen und Fähnchen. Drinnen wartet ein kühles Getränk auf den Besucher, Sekt oder Selter, je nach Belieben.
Mieten kann man noch zwei andere Busse, den Panorama-Dach-Bus aus dem Jahr 1965 mit 31 Sitzplätzen und den Cabrio-Bus Grossraumwagen aus dem Jahr 1946. Der schafft immerhin 70 km/h. Alles weitere unter www.postwägeli.de

Residenzstadt Schwetzingen
Südlich von Mannheim liegt die barocke Residenzstadt Schwetzingen. Kurfürst Carl Theodor (1724-1799) verwirklichte hier mit seinen Baumeistern und Gartenarchitekten eine wundervolle Gartenanlage. Die höfischen Traditionen leben in den Stadt- und Schlossführungen wieder auf. In original Kostümen aus der Barockzeit um 1780 begleiten die Stadtführer die Besucher und machen die Vergangenheit mit vielen Anekdoten und interessanten Geschichten anschaulich. In Schwetzingen wurde seit dem 18. Jahrhundert großflächig Hopfen angebaut, was zum wirtschaftlichen Aufschwung führte. Die Stadt hatte damals ca. 3000 Einwohner, aber über 60 Wirtshäuser und ca. 20 Hausbrauereien. Das es da öfter mal feucht fröhlich zuging und nach ausgiebigem Alkoholgenuss zu Streitereien kam, liegt auf der Hand. Hier eine kleine Anekdote über eine Wirtshausschlägerei. Dazu muß man wissen, dass die Kurpfalz ein Territorium des Heiligen Römischen Reiches war. Im Jahre 1803 kam es zu einer Neugliederung des Reiches und der gesamte rechtsrheinische Teil der Kurpfalz, zu dem auch Schwetzingen gehörte, wurde Baden zugeschlagen.
Am Ende des 19. Jahrhunderts, als die ehemalige Kurpfalz so schon lange nicht mehr existierte, saß nun eine Gruppe von Kurpfälzern im „Alten Franziskanerkeller“, den es heute leider nicht mehr gibt, und tranken viele Biere über den Durst. Ein Wort gab das andere, worüber genau gestritten wurde, ist nicht bekannt. Letztendlich entbrannte ein heftiger Streit, der in eine handfeste Prügelei ausartete.
Daraufhin rief man badische Dragoner, eine berittene Garde der Besatzungsmacht in der Kurpfalz, die den Streit schlichten sollten. Während dieser aufgewühlten Situation stellten die ursprünglichen Streithähne fest, dass sie doch eigentlich zusammengehören. Man drehte den Spieß um, und gemeinsam wurden nun die zu Hilfe gerufenen Dragoner verprügelt. Ein schönes Beispiel für Lokalpatriotismus, denn als Baden fühlte man sich immer noch nicht.

Zum Thema „Bier in Schwetzingen“ gibt es in diesem Jahr eine Sonderausstellung im Karl-Wörn-Haus, dem Museum der Stadt. Besucher können vom 23.4. - 17.7.2016 interessante Details zum liebsten Getränk der Deutschen erfahren.
Die Museumsleiterin, Frau Rechlin, hat liebevoll und mit viel Engagement über einen langen Zeitraum Relikte und Leihgaben gesammelt, um eine interessante und sehenswerte Ausstellung zum Thema Bier und Reinheitsgebot zu schaffen.

Braumanufaktur Welde – Craft Beer
In Plankstadt nahe Schwetzingen gibt es in der 8. Generation die familiengeführte Braumanufaktur Welde. Gegründet wurde sie 1752 und seither wird mit handwerklicher Braukunst nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Auch hier kommen die Rohstoffe aus der Region.
Unter dem Motto

« Mehr Zeit für besseres Bier »

wird nach den Slow Beer Richtlinien eingebraut, d.h. man läßt das Bier, je nach Sorte, zwischen 4 bis 8 Wochen kältereifen. Durch die langsame Gärung bei tiefen Temperaturen wird das Bier bekömmlicher und runder im Geschmack. Ein Vorteil gegenüber den schnellgebrauten Erzeugnissen in Großbrauereien.
Immer mehr Liebhaber gibt es für das Craft-Bier. Die handgebrauten Bierspezialitäten erhalten geschmacksintensive Rohstoffe, wie Aromahopfen oder Karamellmalze. Die lange Lagerung erfolgt meistens in Holzfässern. Welde hat eine große Biervielfalt, darunter auch einige prämierte Sorten.
Beim internationalen Craft Beer Award 2016 gab es zweimal Gold, nämlich für das „Badisch Gose“ und das „Jahrgangsbier Deutschland“. Immerhin mußten 700 Bierspezialitäten aus 22 Ländern unter strengen Richtlinien beurteilt werden. Weiter im Sortiment sind Fassbrausen, Limonaden, Mixgetränke wie Radler oder Hefeweizen mit Pampelmuse und jährlich wird mit speziellem Aromahopfen ein Jahrgangsbier kreiert.
Wer die Brauerei besuchen oder mehr erfahren möchte, kann sich zu einer Brauereiführung anmelden. Die WeldeBierwelt öffnet jeden ersten Sonntag im Monat von 11-18 Uhr ihre Tore.

Der Heidelberger Studenten-Karzer und Kneipenkultur
Heidelberg ist eine Mittelalterstadt, die im Jahr 1693 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört wurde. Nur wenige Gebäude überlebten die Verwüstung. 4 Jahre später, 1697, erfolgte der Wiederaufbau Heidelbergs und lockte auf Grund von günstigen Steuergesetzen viele Europäer an, die sich dort niederließen. Die mittelalterlichen Grundmauern benutzte man, um eine neue Stadt im barocken Stil zu erbauen. Dazu gehören u.a. die Alte Universität, das Rathaus, die Jesuitenkirche und das Palais Morass, in dem das Kurpfälzische Museum untergebracht ist. Enge, verwinkelte Gassen und traumhafte Plätze sind bis heute touristische Attraktionen und Zeugen der Vergangenheit.
In den alten Straßen finden sich viele historische Gaststätten und Bierkneipen. Bei den Altstadt-Führungen erfährt man spannende und lustige Geschichten aus verschiedenen Epochen. Dem urigen Wirtshaus „Zum Roten Ochsen“, das sich seit 170 Jahren im privaten Besitz der Familie Spenge befindet, sollte man unbedingt einen Besuch abstatten. Die historische Inneneinrichtung ist sehenswert und sorgt für Gemütlichkeit. Seinen Durst stillt man mit Bier aus der „Heidelberger Kulturbrauerei“, einem regionalen, leckeren Gerstensaft.
Heidelberg ist Universitätsstadt und ausgerechnet die Studenten schlagen auch mal gern über die Strenge. Im 16. Jahrhundert diente der Studentenkarzer (Kerker) in der Augustinergasse als Gefängnis für Studenten der Ruprecht-Karls-Universität. Früher hatte die Universität eine eigene Gerichtsbarkeit über Studenten, die sich bis zum Anfang des 20. Jahrhundert hielt. Die Endphase des Karzers war in den Jahren 1885 bis 1914, als der letzte Gefangene namens Franz Schandelmaier sein unfreiwilliges Domizil verließ. Die Karzerordnung von 1853 sah vor, dass jedem Inhaftierten eine tägliche Ration von ½ Liter Wein und 2 Flaschen Bier zustanden. Statt eine Strafe abzusitzen, wurde der Aufenthalt eher zur Party. Die 5 Arrest-Räume lagen eng zusammen und man kommunizierte fröhlich miteinander. Viele Studenten provozierten sogar, um in den Kerker eingesperrt zu werden. Einige fühlten sich auch zu Unrecht inhaftiert. Die Gefühlslagen lassen sich an den hinterlassenen und bis heute gut erhaltenen Sprüchen und Graffiti an den Zimmerwänden und Fluren ablesen.

Am Rande von Heidelberg liegt die Benediktinerabtei Neubung. Wunderschön auf einem Berg angesiedelt, genießt man die Aussicht auf die traumhafte Umgebung. Im Frühling, zur Kirschbaumblüte, ist es besonders imposant. Wenn sich die geballten Kirschblüten wie rosafarbene Tennisbälle im leichten Wind wiegen und den Blick auf den Neckar freigeben, dazu noch die Sonne scheint, glaubt man in einer anderen Welt zu sein.
Auf dem Klostergelände liegt eine Bio-Brauerei, die im Jahr 2009 feierlich eröffnet wurde. Vorher hatte man in dem Gebäude eine Schweinezucht betrieben. Die aufwendig sanierten und zu einer Brauerei umgebauten Ställe laden jetzt zur Bierprobe ein. Im Sommer kann man das köstliche Getränk im angrenzenden Biergarten genießen und dem Bier-Spruch folgen:

« Red´was wahr ist, iß´was gar ist, trink´was klar ist »

In Deutschland gibt es laut Statistik 1388 Bierbrauereien mit 26.861 Beschäftigten in der Brauindustrie. Der Bierabsatz beläuft sich auf 98,7 Mio. Hectoliter und der Privatkonsum liegt bei durchschnittlich 105,9 Liter pro Kopf/Jahr. Das Gewerbe boomt und ist ein enormer Wirtschaftszweig. Brauen ist kreativ und Bier wird es auch in Zukunft immer geben. Vorausgesetzt ist das Vertrauen der Bürger in das verantwortungsvolle Handeln der Brauereien, die Verwendung von qualitativ hochwertigen Rohstoffen und die Einhaltung der Braugesetze, um die Reinheit diese wunderbaren Getränkes zu erhalten.

« Hopfen und Malz, Gott erhalt´s »

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historisches Postauto das Technoseum von innen Hinweisschild zum Reinheitsgebot Braukessel aus Kupfer

Reklameschild für Biertrinken Sudhaube für Bierherstellung Bierflaschen als Ausstellungsstücke Brille durch die man Rausch erlebt

Reklameschild und Bierflaschen Brauerei Eichbaum von außen Inhaltsstoffe Bier Technik zum Bierbrauen

Malz Hinweis auf Karl-Wörn-Haus mit Ausstellung Hopfensorten schrittweise Brauereiprozess

alte Bierverschlüsse historisch verkleidete Stadtführerin altes Schloß in Schwetzingen Skulptur aus Bronze Die Claque

altes Wirtshaus Weldebräu Aussenansicht Welde Brauerei Historisches Schild Weldebräu typisches Design der Weldebierflaschen

typisches Design Weldebräuflaschen Ausstellungsraum von innen grüne Lampe aus Flaschen rundförmige Kirschblüten mit Landschaft

große runde Kirschblüten Schild Brauerei zum Klosterhof Hinweisschild zum Studentenkarzer Gefangenenzimmer

bemalte Wände in Zelle möblierte Zelle im Karzer alte Heidelberger Gasse Schild betreutes Trinken an Haustür
© alle Fotos: Anneliese Fuhrmann-Coomee - Die bunte Welt des Reisens

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  • Tel.: Tel.: +49 (0) 6221 901449
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  • www.heidelberger-brauerei.de

  • Heidelberger Kulturbrauerei
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  • Tel.: +49 (0) 6221 502980
  • www.heidelberger-kulturbrauerei.de

  • Kloster Stift Neuburg
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  • Tel.: +49 (0) 6221 6520365
  • www.brauerei-zum-klosterhof.de

  • Wirtshaus „Zum Roten Ochsen“
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  • Alte Universität - Studenten-Karzer
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